Markenbotschafter Markus Braun und Leonid Rath mit der »Versuchsanordung« bei J. & L. Lobmeyr.
© Roland Graf
Das »Lobmeyr-Experiment«: Wie sieht das perfekte Single Malt-Glas aus?
Mit seinen Sherry-satten Whisky-Raritäten steht »Macallan« für luxuriösen Genuss. Für Österreich sollte auch das Glas diesen Anspruch unterstreichen. Gemeinsam mit Falstaff PROFI machte sich das Whiskyhaus auf die Suche danach.
von Roland Graf
26. November 2025
Das Standard-Glas für schottischen Whisky, kurz als »Glencairn« bekannt, ist gerade einmal 25 Jahre alt. Für die österreichischen Kunden des prestigeträchtigen Single Malts »Macallan« sollte es aber etwas anderes sein als das Millionen-fach verwendete, knubblige Verkostglas. »Wir planen ein Ritual für die exklusiven Partner, um die außergewöhnliche Qualität des Whisky zu präsentieren«, gab Markenbotschafter Markus Braun die Anforderung an das Glas vor. Der Partner dafür schnell gefunden: »Lobmeyr ist mit seiner Tradition so einzigartig für Österreich wie Macallan für Schottland«. Leonid Rath als Teil der Eigentümerfamilie der legendären Manufaktur hatte dafür drei Testgläser für den hierzulande von »Top Spirit« vertriebenen Whisky parat.

Malts im Champagnerglas
Darunter fand sich das Modell »TS238GL Champagner flach«, mit dem die 25 und 30 Jahre alten Luxus-Qualitäten bereits in der Wiener »Tür 7« serviert werden. Sebastian Hosu und Glenn Estrada stellten sich als Mitarbeiter der besten Bar Österreichs (96 Punkte im FALSTAFF Barguide) ebenfalls dieser Versuchsanordnung wie Bernhard Rems (»Whiskyexperts«) und PROFI-Chefredakteur Roland Graf. Internationale Expertise brachte Yuichi Shimura aus Tokio ein, der ein Dutzend Sterne-Restaurants Japans mit Lobmeyr-Gläsern versorgt. Er ist ein Freund des Modells »TS276GL Travellor«.
Das ursprünglich als Wasserglas entwickelte Glas mit der weiten Öffnung ließ vor allem eine Komponente strahlen, für die »Macallan« berühmt ist: die Reifung in Sherry-Fässern. »Die Trockenfrüchte sind nur hier so präsent«, war das einhellige Fazit, als der 18 Jahre alte »Macallan« in die Testgläser kam. Lange wurde über die Problematik der optimalen Präsentation gereifter Spirituosen gefachsimpelt. Die Haptik (»Wie liegt das Glas in der Hand?«) und der Abstand von Flüssigkeit und Nase waren etwa Aspekte, die Whisky-Portal-Betreiber Bernhard Rems wichtig waren.

Dramaturgie der Trinkzeit
Denn die Kaminwirkung einer langen, engen Glasform konzentriert auch Noten wie den Alkohol eines Destillats. Dagegen können weite Formen – wie der für Bourbon beliebte Tumbler – viele Aromen freisetzen, allerdings verlieren sie sich auch schneller. Dies zeigte sich beim zweiten getesteten Single Malt, den Markus Braun im Glas-Labor einschenkte. Der »Rare Cask« hatte deutlich mehr US-Weißeichenfässer in seiner Reifung gesehen. In der Folge benötigten die Würze-Töne hier deutlich länger, um einem harmonischeren Duftbild zu weichen.
»Der Faktor Zeit beim Servieren ist sicher auch ein Thema«, sprach sich Roland Graf zudem gegen reine Momentaufnahmen aus. »Bei Whiskys wie Macallan gilt ja die Maxime: Das Alter in Jahren sollten den Minuten des Genießens entsprechen«. Weshalb ein Glas für einen 25 Jahre gereiften »dram« auch eine Entwicklung und Dramaturgie ermöglichen sollte. Es wird vom Teil zum Ermöglicher eines außergewöhnlichen Erlebnisses!

Im Tumbler von Adolf Loos
Zu notieren gab es für »Macallan«-Mann Markus Braun also genug. Zumal Leonid Rath auch ein »freies Verkosten« der umfangreichen Serien von J. & L. Lobmeyr anregte. So kam auch der berühmte Tumbler aus Adolf Loos‘ Service zum Whisky-Einsatz. Die Nase des Single Malts verschwand dabei nahezu vollständig, der größere Schluck aus dem breiten Glas zeigte aber ein kompletteres Geschmacksbild als z. B. das Nippen am Champagnerglas. Womit der Auftakt für das österreichische Signature-Glas der Spitzenqualitäten von »Macallan« eröffnet ist. Im kommenden Jahr, so der Plan von Importeur »Top Spirit« soll es das Ergebnis der sensorischen Überlegungen dann zu erleben geben – in den besten (Hotel-)Bars des Landes.
Lesenswert
Bevor der erste Gast sitzt, sind bereits Hunderttausende Euro investiert: Allein Equipment und Weinkeller schlagen mit rund 250.000 Euro zu Buche.
© unsplash.com/Igor Rand
Restaurant-Kalkulation im Detail: PROFI weiß, was die Sterne-Küche kostet
Fine Dining ist ein teures Vergnügen – für Gäste wie Gastgeber. Ein deutsches, junges Sternerestaurant ließ PROFI in seine Zahlen schauen, möchte aber anonym bleiben. Auch so wird transparent, was Spitzenleistungen kosten.
Zahlreiche Gäste, ausgelassene Stimmung: das war das »Falstaff Grüner Veltliner Festival 2026«.
© Jan Tiam Dorfer
Auftakt in den Sommer: Das war das Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026«
Beim Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026« im Wiener MuseumsQuartier wurden die Sieger des neuen Weinguides sowie des Heurigen- und Buschenschanken Guides 2026 gekürt. PROFI war dabei – das sind die Top Betriebe aus Österreich!
Knackige Kruste: Rubs funktionieren auch bei Gemüse – hier Selleriesteak – bestens.
© Wiberg/Mona Lorenz
BBQ-Königsdisziplin Brisket: So würzen Sie richtig!
Der BBQ-Klassiker erfordert anderes Würzen als ein schnell gegrilltes Steak. Wenn Sie den Unterschied beachten, gelingt nicht nur die perfekte Kruste. Sie sparen auch Zeit mit der idealen Gewürzmischung!
Der Clou dieses Gerichts: die grüne Würzpaste »Epis«. Auf Haiti hat jeder »Chef« seine eigene Version davon.
© NICO SCHINCO
Würzige Haiti-Küche: Rawlston Williams’ Rezept für Tasso de Bœuf
Die haitianische Küche ist bekannt für intensive Gewürze und aromatische Marinaden. Rawlston Williams verbindet in seinem Tasso de Bœuf Kräuter, Chili und Bitterorange zu einem kräftigen Gericht. Ihre Gäste werden überrascht sein!
Kunst am Teller – geschmacklich wie optisch: das »verrückte Kalb« von Spitzenkoch Massimo Bottura.
© Lena Staal / STAAL & JOHS
»Verrücktes Kalb«: Massimo Botturas Rinderfilet in Gemüseasche
Ein außergewöhnliches Kalbsgericht, das Kreativität und Technik vereint – und auch noch besonders schön anzusehen ist. Die perfekte Begleitung: ein Wein, der nach reifen, roten Beeren und zarter Lederwürze schmeckt.
Kamado mag Kalb: Die Hitze im Keramikgriller belässt die Saftigkeit.
© Christian Maislinger/Transgourmet
Experten-Tipps: So erkennen Sie Fleischqualitäten, die Ihren Gästen munden
Grillen ganz ohne Fleisch? Kaum vorstellbar. Doch in der Gastronomie werden besondere Ansprüche ans saftige Steak gestellt. Vier Auskenner erklären, worauf Sie bei der Fleischauswahl achten sollten.
Meist gelesen
Mit indischem Einschlag: Pholourie sind ein Streetfood-Klassiker in Trinidad & Tobago.
© NICO SCHINCO
Karibik-Rezept aus Trinidad: So gelingen knusprige Pholourie
Die karibische Küche lebt von Gewürzen, Kräutern und kräftigen Aromen. Rawlston Williams zeigt mit seinen Pholourie aus Trinidad & Tobago, wie Sie aus einfachen Zutaten einen charakterstarken und hierzulande überraschenden Snack machen.
Neu an Bord der neuen »Next Spirit Brands GmbH«: Christian Lehner (2.v.l.), Florian Mayer-Unterlass (3.v.l.) und David Schrefl (4.v.l.) mit »Schlumberger«-CEO Florian Czink (1.v.l.).
© Schlumberger / Adrian Almasan
»Schlumberger« verstärkt neue Vertriebsgesellschaft mit erfahrenen Experten
Den Aufbau der neuen »Next Spirit Brands GmbH« begleitet »Schlumberger« auch mit personellen Neubesetzungen: An Bord kommt Christian Lehner, der die übernommenen Marken bereits seit Jahren betreut, sowie zwei weitere Branchenprofis.
Feiern die neue GmbH »Next Spirit Brands« (v.l.n.r.): Florian Czink, Christian Lehner, Florian Mayer-Unterlass und David Schrefl
© Schlumberger / Adrian Almasan
Neue Premium-Marken in Österreich: »Schlumberger« baut Spirituosen-Geschäft aus
Die Schließung von »Eggers & Franke Österreich« sorgt für Bewegung am heimischen Getränkemarkt. »Schlumberger« nutzt die Gelegenheit und übernimmt mehrere internationale Premiummarken – begleitet von einer neuen Vertriebsstruktur.
Frisch, saftig und leicht: Die Zitronen-Tarte ist ein typisches Dessert in der italienischen Emilia-Romagna.
© Lena Staal / STAAL & JOHS
Dessert-Hit von Massimo Bottura: Zitronen-Tarte mit Minzsauce
Der italienische »Rockstar des Fine Dining« zeigt, wie eine »Torta al Limone« auf Spitzenniveau gelingt: mit Zitronengras-Gelato, Minzsauce und fruchtigem Zabaione. Dazu empfiehlt Falstaff den bittersüßen italienischen Kultlikör Campari.
Neues Projekt mit Augenzwinkern: Mike Süsser hat den »Männermarkt« eröffnet.
© beigestellt
Mit Mike Süsser im »Männermarkt«: Neues Konzept für ein »altes« Problem
Eines der bekanntesten Fernsehgesichter der Kulinarik-Welt geht neue Wege: Mike Süsser setzt im beschaulichen Almtal auf eine Pasta-Manufaktur im Zeichen des Affen. Alles zum unkonventionellen »Männermarkt« des Kochs.
Winzige Weißfische, mit Gewürzen knusprig gebraten: Damit können Sie Ihre Gäste im Sommer überraschen!
© NICO SCHINCO
Streetfood aus der Karibik: Rawlston Williams’ Tri Tri Fritters
Karibische Küche lebt von Gewürzen, Texturen und mutigen Aromen. Rawlston Williams bringt mit seinen Tri Tri Fritters ein Stück Saint Vincent auf den Teller. Ihre Gäste werden das Gericht lieben, vor allem im Sommer!
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

