© Inter IKEA Systems B.V.

© Inter IKEA Systems B.V.

Köttbullar, Schnitzel und Co.: Das Erfolgsgeheimnis der Handelsgastronomie

Jede:r Zweite speist mehrmals pro Jahr in den Restaurants von Einzelhändlern wie »Ikea«, »XXXLutz« oder »Interspar«. Auch wenn Klassiker wie Schnitzel, Fleischlaberl und Pizza am beliebtesten sind, sind Plant-based Speisen auf dem Vormarsch.

von Alexander Schöpf
21. August 2024

Für viele Österreicherinnen und Österreicher ist ein Einkauf bei »Ikea« untrennbar mit einer Portion Köttbullar mit Püree im Restaurant des schwedischen Möbelriesen verbunden. Aber nicht nur das »Ikea Restaurant« wird von den Kund:innen geschätzt: Auch Handelsgastronomie-Formate wie »Interspar Restaurant«, die »Billa Marktküche« oder das »XXXLutz Restaurant« erfreuen sich größter Beliebtheit, wie der aktuelle »Consumer Check«, den das Marktforschungsinstitut »Reppublika Research & Analytics Austria« für den »Handelsverband« durchgeführt hat.

»Die Österreicherinnen und Österreicher lieben die Restaurants der heimischen Händler. Ein Drittel der Bevölkerung isst zumindest einmal im Monat in einem Handelsgeschäft, jeder zehnte sogar ein- oder mehrmals wöchentlich«, so »Handelsverband«-Geschäftsführer Rainer Will. »Insgesamt gibt jede:r Zweite im Land an, zumindest mehrmals pro Jahr in Handelsgeschäften Speisen zu konsumieren. Insbesondere jüngere Kundengruppen unter 40 Jahren schätzen dieses Angebot.«

Österreich schlägt Italien

Die Ergebnisse der Umfrage im Überblick: Überwiegend werden die Angebote der Handelsgastronomie zum Mittagessen (43 Prozent) genutzt, aber auch das Frühstück und der Snack zwischendurch wird gerne im Einzelhandel gekauft (je 14 Prozent). Konsumiert wird der kulinarische Einkauf in der Regel (61 Prozent) gleich direkt vor Ort im Geschäft. 28 Prozent nehmen sich ihr Essen meistens mit nach Hause, sieben Prozent verzehren den Einkauf auf dem Weg (»To-go«), nur vier Prozent am Arbeitsplatz. Im Schnitt werden in »Billa Marktküche«, »Ikea Restaurant« und Co. 33 Euro pro Einkauf für Speisen und Getränke ausgegeben.

Dass auch am Markt für Handelsgastronomie viel in Bewegung ist, zeigen die aktuellen Trends in den Angeboten. So geht auch in den Restaurants des Handels die Entwicklung klar in Richtung pflanzliche Ernährung, regionale Küche sowie Speisen der asiatischen und levantinischen Küche. Die Klassiker der österreichischen Küche dominieren allerdings nach wie vor klar das Ranking der meistverkauften Speisen. Das sind die Top 10 der kulinarischen Favoriten:

  1. Österreichische Klassiker (z. B. Schnitzel, Fleischlaberl, Leberkäse) – 60 Prozent
  2. Italienische Küche (Pizza, Pasta etc.) – 39 Prozent
  3. Gesunde Gerichte (Salate, vegetarische/vegane Mahlzeiten) – 28 Prozent
  4. Asiatische Küche (Bowls, Reisgerichte, Sushi etc.) – 26 Prozent
  5. Kalte Snacks (z. B. belegte Semmeln/Gebäck, Sandwiches) – 22 Prozent
  6. Süße Snacks (Kuchen, Rapfen, Golatschen etc.) – 21 Prozent
  7. Fast Food (z. B. Burger, Hot Dogs) – 18 Prozent
  8. Gerichte aus dem südosteuropäischen Raum (Döner, Ćevapčići etc.) – 16 Prozent
  9. Skandinavische Küche (z. B. Kötbullar/Fleischbällchen) – 15 Prozent
  10. Suppe – 14 Prozent

Zwischen den Geschlechtern gibt es dabei durchaus signifikante Unterschiede: So greifen fast doppelt so viele Frauen als Männer zu gesunden Angeboten, während zweitere besonders oft die heimischen Klassiker wie Schnitzel und Fleischlaberl konsumieren. Auch bei den süßen Snacks sind die Herren in der Überzahl, bei asiatischen Gerichten hingegen die Damen. Jüngere Kund:innen bestellen hingegen deutlich öfter Fast Food wie Burger oder Ethno-Gerichte wie Döner, während das Schnitzel in keiner Altersgruppe so viele Fans hat wie in der Generation 60+.

Vorteil gegenüber Online-Handel

Doch warum setzen Einzelhändler überhaupt auf ein eigenes gastronomisches Angebot? »Im Einzelhandel steht das Kundenerlebnis im Mittelpunkt«, erklärt Rainer Will dazu. Gastronomische Angebote in Geschäften und Supermärkten könnten zu einem positiven Kundenerlebnis entscheidend beitragen. »Sie sorgen für ein Wohlfühl-Ambiente, verlängern die Aufenthaltsdauer und erhöhen die Kundenbindung – und sie bieten den Kund:innen etwas an, dass sie nicht im Online-Handel, sondern nur im physischen Store erleben können. Darum hat sich die Handelsgastronomie für viele Händler zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor entwickelt«, weiß Will.

Die Studie »Formate in der Handelsgastronomie 2021« des deutschen »EHI Retail Institute« hat zudem gezeigt, dass die mit einer authentisch geführten Gastronomie einhergehenden Imagevorteile die Frequenz und die Umsätze im angestammten Handelsgeschäft steigern.

Lesenswert

La Pasteria

Vegetarische Gäste freuen sich: Die Ravioli bieten eine hochwertige Alternative zur aufwendigen Eigenproduktion.

© Hilcona

Schweizer Manufakturpasta gibt es jetzt auch für die Österreichische Profiküche

Die Gran Ravioli der Schweizer Manufaktur »LA PASTERIA« kommen mit einem Füllungsanteil von 60 Prozent und sind tiefgekühlt lieferbar. Die Premium-Pastalinie von Hilcona Foodservice ist jetzt erstmals auch in Österreich erhältlich.

Nikolaihof - Falstaff PROFI

Einer von fünf neuen Mitgliedsbetrieben: Die »Weinstube im Nikolaihof Wachau« ist jetzt Teil der »Wirtshauskultur Niederösterreich«.

© Nicolaihof

Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter: 5 neue Mitgliedsbetriebe stellen sich vor

Rund 200 Betriebe aus ganz Niederösterreich verbindet ein gemeinsames Bekenntnis zu regionalen Produkten, handwerklicher Qualität und gelebter Gastlichkeit. Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter und begrüßt kürzlich fünf neue Häuser.

Initiative Köche kochen für die Krebshilfe - Falstaff PROFI

Genuss funktioniert: 16.593 Euro Reinerlös für Krebspatienten in finanzieller Not.

© Rene Strasser

Beim »Fest der Sinne« wird klar: Genuss und der gute Zweck passen zusammen

Auf Schloss Kornberg versammelten sich rund 200 Gäste, 18 Spitzenköche und 18 Winzer, um gemeinsam eine kulinarische Bühne für die Österreichische Krebshilfe zu schaffen – mit Erfolg.

Absolventen Brotsommelier - Falstaff PROFI

Ein geprüfter Brot-Sommelier im Team stärkt den Betrieb als Experte für Brotkarte, Gästeberatung und Qualitätskommunikation.

© LMAk

Brot-Expertise als Wettbewerbsvorteil: Jetzt zum »Brot-Sommelier« ausbilden lassen

Bereits zum dritten Mal bietet die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes in Kooperation mit der Bundesakademie Weinheim die Ausbildung zum »Geprüften Brot-Sommelier« an – Anmeldeschluss ist der 10. August 2026.

Next Generation - Falstaff PROFI

Sechs Finalisten, eine Blackbox-Challenge und eine fünfköpfige Jury: So läuft das Finale von »Next Generation« bei der Messe »Alles für den GAST« ab.

© Falstaff PROFI

Der große PROFI-Wettbewerb ist zurück: Bühne frei für die »Next Generation«!

Bereits in der Vergangenheit sorgte der Wettbewerb für Gastro-Karrieren. Komplett überarbeitet sucht nun die »Next Generation« gemeinsam mit »Lohberger« die Besten unter den jungen Talenten!

Hohe Ansprüche: Sauerteig, lange Teigführungen, handwerkliche Optik. Auch bei Großbäckern zählen wichtige Qualitätsmerkmale.

© Sonja Priller

Die Kraft der Kruste: Brot wird in der Gastronomie zum Qualitätsversprechen

Der Brot-Gang macht Image! Vom Frühstückskorb bis zum Signature-Burger ist gutes Gebäck wichtiger denn je. Wie Bäcker und Gastronomen gemeinsam an Qualität und Geschmack arbeiten.

Meist gelesen

Berliner »Freundschaft« - Falstaff PROFI

In der »Freundschaft« Berlin hält man die besten Plätze für Stammgäste frei.

© Ingo Pertramer

Katzentisch oder »the perfect table«: Welche Gäste bekommen im Lokal welchen Platz?

Wer sitzt in der »Auslage«? Wer bekommt den Platz bei der Klotür? Das Gastro-Credo »Alle Gäste sind gleich« scheitert schlicht an begrenzten Plätzen: PROFI fragte nach, wie gefragte Lokale es mit der Tischvergabe halten.

Bevor der erste Gast sitzt, sind bereits Hunderttausende Euro investiert: Allein Equipment und Weinkeller schlagen mit rund 250.000 Euro zu Buche.

© unsplash.com/Igor Rand

Restaurant-Kalkulation im Detail: PROFI weiß, was die Sterne-Küche kostet

Fine Dining ist ein teures Vergnügen – für Gäste wie Gastgeber. Ein deutsches, junges Sternerestaurant ließ PROFI in seine Zahlen schauen, möchte aber ­anonym bleiben. Auch so wird transparent, was Spitzenleistungen kosten.

Coverstory Sterne - Falstaff PROFI

Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Sternerestaurants von 201 im Jahr 2000 auf 328 im Jahr 2025 erhöht – doch bringen mehr Auszeichnungen zwingend mehr Erfolg?

© Malte Mueller/Getty Images

Sternchen oder Superstar? PROFI macht den Check: Das nutzen Auszeichnungen wirklich

Bewertungen gehören zur Gastronomie wie die Hitze zur Küche. Entsprechend viel Arbeits- und Lebenskraft verschlingen der Kampf um Auszeichnungen. Doch zahlt er sich auch in barer Münze aus? Sind am Ende die Bewertungen selbst überbewertet?

Lohnnebenkosten - Falstaff PROFI

Laut »EcoAustria« könnte der Prozentpunkt langfristig bis zu 12.000 zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen.

© shutterstock.com/groviapoto

Beschlossene Sache: Die Lohnnebenkosten sinken ab 2028 um einen Prozentpunkt – reicht das?

Österreich zählt bei den Lohnnebenkosten zu den teuersten Standorten Europas. Der Nationalrat hat nun eine Senkung um einen Prozentpunkt ab 2028 festgesetzt. Das ist ein Signal, das die Wirtschaft lange gefordert hat.

Roboter-Hotel - Falstaff PROFI

Ein Hotel, bei dem die Servicearbeiten ausschließlich von Robotern gemacht werden? Auf der »West Artificial Island« in China wird das bald Realität (Symbolbild).

© shutterstock.com/Jihun Sim

Roboter statt Rezeption: In China entsteht erstes vollautomatisiertes Hotel

»Pudu Robotics« und »Shenzhen CTID« planen das weltweit erste vollständig robotergestützte Hotel, ein Testbetrieb ist noch für Ende 2026 geplant. Die Frage, in welchem Maß Roboter auch in europäischen Betrieben Einzug halten, wird immer relevanter.

Bargeldfreundlicher Betrieb - Falstaff PROFI

90 Prozent der Österreicher wollen, dass Bargeld auch in Zukunft Teil der Gastronomie bleibt.

© unsplash.com/Omid Armin

»Cash ist fesch«: Neue Initiative für Bargeld in der Gastronomie – jetzt abstimmen!

Die »Geldservice Austria« (GSA) und der Fachverband Gastronomie der WKO starten die Initiative »Bargeldfreundlicher Betrieb«. Damit möchte man Bargeld in der Gastronomie sichtbarer machen.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!