Gerhard Dragschitz alias »Motion Cooking« © Beigestellt

Gerhard Dragschitz alias »Motion Cooking«

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Mehr als nur ein Job: »Motion Cooking« teilt seine Rezepte mit der ganzen Welt

Aus der Steiermark postet Content Creator »Motion Cooking« seine Kochvideos und Rezepte auf den sozialen Netzwerken. Was ihn ausmacht und was sein Lieblingsgericht ist, erzählt der Influencer im Interview mit Falstaff PROFI.

von redaktion
27. September 2023

Wenn man durch das Instagram Profil von »Motion Cooking« scrollt, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Wunderschön angerichtete Gerichte wollen am liebsten aus dem Bildschirm direkt auf den Teller springen. Klickt man auf den Post, gelangt man auf ein Reel (Kurzvideo im Hochformat), in dem der Content Creator das Gericht kocht. Mit liebevollem, österreichischem Dialekt erklärt er Schritt für Schritt wie man das Essen zuhause nachmachen kann, damit es genauso aussieht wie auf dem Foto. Backen, Kochen, Cocktails mixen. Er selbst sagt im Falstaff-Interview: »Ob das jetzt fermentieren ist, grillen, Brot backen, Fleisch, vegetarisch oder vegan. Alles ist spannend.« Und die Leidenschaft, wenn es um das Essen geht, kann der gebürtige Burgenländer nicht verstecken.

Nur zum Spaß

Gestartet hat »Motion Cooking«, mit bürgerlichem Namen Gerhard Dragschitz, 2015 auf Facebook. Zu dem Zeitpunkt war der heutige Influencer noch im IT-Consulting. Mit seinem Cousin begann er Videos im Stop-Motion-Format zu drehen. Mit minimalem Equipment: »Was man halt gerade so daheim gehabt hat. Digitalkamera, furchtbares Licht und kein Stativ«, erzählt der Foodie. Aus dieser Zeit kommt auch noch der Name. »Am Anfang stand Kochen noch gar nicht so im Fokus. Wobei es schon lange eine Leidenschaft von mir ist.«

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Wenn die Follower:innen wachsen

Die populäre Plattform damals war Facebook. »Wir haben lustige Videos produziert. Alle zwei bis drei Wochen eins. Und dann habe ich gemerkt: Das interessiert ja doch jemanden.« Auf einmal ging es sehr schnell mit den Fans auf Facebook. Innerhalb von drei Monaten hatte der Kanal über 100.000 Follower:innen. »Da kam dann langsam die Aufmerksamkeit von den Firmen.« Dabei stand der Influencer nicht immer vor der Kamera. Erst auf Zuruf von Freunden und Bekannten ist Gerhard Stück für Stück vor die Linse gerutscht. Irgendwann hat er Gefallen daran gefunden und beißt jetzt gerne vor der Kamera in die Gerichte, welche mit Liebe zubereitet wurden. »Alles was ich mache muss einen Mehrwert haben.« Und den hat es in jedem Fall. Sowohl im Entertainment, wie auch für die Geschmacksnerven.

Ich kann ununterbrochen über Essen nachdenken.

Die Zahlen sprechen für sich

Heute bespielt »Motion Cooking« hauptsächlich Instagram (131.000 Abos) und TikTok (71.600 Abos). Sein Facebook-Profil ist seit 2022 eher ruhig. Und natürlich publiziert er seine Rezepte auch auf seinem eigenen Blog. Auf der Website ist alles in schriftlicher Form und mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. In den sozialen Medien haben manche seiner Videos über eine Million Aufrufe. Und geschmacklich ist für alle was dabei. Von »Spicy Peanut Noodles«, über »Pistazienkuchen mit Zitronen Glasur« bis zu »Kolokithokeftedes« aus Griechenland. Gerhard Dragschitz kocht sich rund um den Globus. Bei der Frage, ob er Angst hat, dass ihm die Kreativität ausgeht, muss er lachen. Doch zum Glück passiert es ihm sehr selten, dass er mit Ideen hadert. »Es gibt so unfassbar viel. Deshalb ist es fast unmöglich, dass einem die Rezepte ausgehen.«

Business im Internet

Wer auf seinen Plattformen und Kanälen genauer hinschaut, entdeckt Verlinkungen zu anderen Unternehmen. Das Influencertum ist eben auch ein Business. »Am Ende sind es Produktplatzierungen. Wie die Werbeschaltung in einem Magazin.« Für seine Kunden, werden auch regelmäßig Rezepte geschrieben. Doch die Produktion ist aufwendig. Etwa zehn Stunden vergehen von einer Rezeptidee, bis hin zum fertigen Video auf allen Plattformen. Um Zeit zu sparen, tauschte der Content Creator für seine Videos die Kamera wieder gegen ein Smartphone.

Mein Opa hat immer gesagt: Beim Essen kommen die Leut zsamm.

»Mehr is‘ mehr«

So lautet der Titel des Kochbuchs, welches »Motion Cooking« dieses Jahr im Oktober herausbringt. Ein jahrelanger Traum. Der Inhalt? »Alles was mir schmeckt«, sagt er schmunzelnd. Etwas Storytelling über seinen Werdegang wird ebenfalls in dem gedruckten Werk einen Platz finden. Ein Verlag aus Graz wird das Projekt umsetzen. Während er über das Kochbuch redet, merkt man, wie sehr er sich freut, dass dieser Traum nun endlich in Erfüllung geht.

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»Die Küche ist das Herzstück«

Wer seinen Kanal auf Instagram besucht, findet einen weiteren Account. »Villa Frankenstein«. Dort berichtet der Influencer vom Bau des Eigenheims. In der neuen Küche werden zukünftig auch seine Videos gedreht. »Die Küche wird in jedem Fall im Detail dokumentiert. Da baue ich auch einiges selbst.« Geschick in der Küche ist also in jeder Hinsicht ein Hobby für den gebürtigen Burgenländer. Inwieweit er weitere Einblicke in das Private geben möchte, muss er noch mit sich selbst ausmachen.

Influencer sind sozusagen eine ganze Agentur in einer Person. So auch »Motion Cooking«. Eine große Portion Charme, Durchhaltevermögen und ein Händchen für gute Aufnahmen lassen seine Follower:innen immer noch stetig wachsen. Die Frage nach seinem Lieblingsgericht kann er nur schwer beantworten. Am Ende lässt sich aber doch raushören, dass Pasta in allen Formen und Farben am liebsten auf dem Teller landet.


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