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Prinz Harry nahm den asiatisch-pazifischen Raum als Beispiel für seine Vision eines nachhaltigen Tourismus her.

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»Ohne Verantwortung kein Abenteuer«: Prinz Harry und die Zukunft des Tourismus

Seit sechs Jahren unterstützt der britische Prinz Nachhaltigkeit auf Buchungsportalen mit seiner NGO »Travalyst«. Die Gründe dafür stellte er nun in Shanghai vor. Tenor seiner Rede: »80% des Tourismuswerts hängt von der Natur ab«!

von Roland Graf
30. Mai 2025

Das Thema der »Envision 2025«-Konferenz lag nahe; nach der vollständigen Erholung des internationalen Reisegeschäfts ging es für die 3.000 Touristiker aus aller Welt um Innovation. Geladen hatte der weltweit führende Reiseserviceanbieter »Trip.com Group«, der in Shanghai. »Die Branche wird auch künftig schneller wachsen als die Gesamtwirtschaft«, war die Botschaft von CEO Jane Sun. Dass damit aber auch ein Verantwortung einhergeht, unterstrich ein prominenter Gast: Henry Charles Albert David, der Duke of Sussex, besser bekannt als Prinz Harry.

Hierzulande weniger bekannt als im angelsächsischen Sprachraum, hat der Herzog bereits 2019 das Unternehmen »Travalyst« gegründet. Zu den ersten Mitgliedern gehörten Booking.com, Ctrip, Skyscanner, TripAdvisor und Visa. Heute sind auch Google, Expedia Group und Mastercard Teil der Non Profit-Organisation.

Informationen für »gutes« Reisen

Der Ort seines Auftritts war gut gewählt, denn die Region Asien-Pazifik ist ein Schlüsselmarkt: »Im vergangenen Jahr verzeichneten wir weltweit 1,4 Milliarden internationale Touristen-Ankünfte – ein bemerkenswerter Anstieg von 11% gegenüber 2023«. Im gesamten Asien-Pazifik-Raum planen 80% der Reisenden, 2025 noch mehr unterwegs zu sein als 2024, rechnete der Sohn von König Charles III. vor. Allein die Inlandsreisen in China machten im Mai 2025 über 300 Millionen Bewegungen aus. Für Prinz Harry ist vor allem die Information der Reisenden entscheidend, »die sie für sinnvolle Entscheidungen benötigen«. Denn generell könne der Tourismus auch positive Veränderungen beschleunigen und nicht nur ökologische Belastungen verursachen. »Die Notwendigkeit, diese widersprüchlichen Trends zu berücksichtigen, war die Inspiration für die Gründung von Travalyst«.

Ein konkretes Ergebnis ist die Integration der Flugemissionen in über 130 Milliarden Suchanfragen weltweit. Zudem hätten die mittlerweile 13 »Travalyst«-Partner – vorrangig Buchungsplattformen – Millionen von Daten zur Nachhaltigkeit von Hotels und Ferienwohnungen erhoben, um Reisenden mehr Transparenz zu bieten. »Diese Partner wissen, dass der Erfolg und die Widerstandsfähigkeit der Reisebranche eng mit der Gesundheit unseres Planeten verbunden sind«. Schließlich sei das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften und Ökosysteme die Grundlage der Branche.

Die Basis des Tourismus: Ökologie

»Die nackte Wahrheit ist: Die weltweiten Wildtier-Populationen sind seit 1970 um 73% zurückgegangen«, zeigte sich Harry ganz in der Tradition seines Großvaters Prinz Philip, der lange dem WWF vorstand. »80% des Tourismuswerts hängt von der Natur ab. Unser gemeinsames Überleben hängt davon ab«. Mit Blick auf das Jahr 2030 – die Frist für die Erreichung wichtiger Naturschutz-Ziele – strich der Duke erneut die Region Asien-Pazifik heraus. Wird sie zu diesem Zeitpunkt tatsächlich der weltweit größte regionale Reisemarkt, wie Analysten erwarten, steigt auch ihr Einfluss auf nachhaltige Tourismus-Konzepte. »Aus der Studie von Trip.com wissen wir, dass Reisende aus der Region Asien-Pazifik bei Online-Buchungen eher auf nachhaltige Reiseoptionen achten als ihre internationalen Kollegenv, so das hoffnungsvolle Argument.

»Reisende werden sich zunehmend bewusst, dass ihre Entscheidungen die Gemeinschaften, die sie besuchen, unterstützen, anstatt sie zu gefährden«, sprach Prinz Harry auch die indigenen Gruppen an, »die oft keinen Platz am Tisch haben«.

Als Beispiele, um Folgen wie man den »Overtourism« vermeiden kann, wurden etwa angeführt:

  • Weniger bekannte Reiseziele fördern, um die Belastung zu teilen
  • Reisen in der Hochsaison, wenn möglich, zu vermeiden.

Neue Auszeichnung für sanften Tourismus

Zuversichtlich stimme ihn, dass die Prioritäten der Reisenden aus Asien – insbesondere der jüngeren Generation – einen bewussteren, sinnvolleren und integrativeren Tourismus weiter vorantreiben. »Unsere Branche trägt die gemeinsame Verantwortung, lokale Gemeinschaften zu schützen und sie wie wertvolle Güter zu behandeln, denn ohne sie gibt es einfach keine Entdeckungen und Abenteuer«, schloss der Prinz seine Rede.

Als konkrete Maßnahme kündigte »Trip.com«-Gründer James Liang auch einen globalen Innovationspreis für Tourismus an. Dotiert mit einem Fördervolumen von rund 1,4 Mio. US-Dollar sollen Einzelpersonen und Organisationen ausgezeichnet werden. Ganz im Sinne des Prinzen müssen die Preisträger Herausragendes in den Bereichen Nachhaltigkeit, kulturelles Erbe oder landschaftlich reizvoller Reiseziele geschaffen haben.

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