Süße Monographie mit spannenden Details: »Schweizer Schokolade« von Dominik Flammer.
© AT-Verlag
»Schweizer Schokolade«: Dominik Flammer erzählt die Geschichte eines National-Schatzes
Ein Blick auf die »Schoggi«: Der Autor widmet sich in diesem umfangreichen Werk der Schweizer Schokoladenindustrie und beleuchtet historische Entwicklungen, wirtschaftliche Hintergründe und prägende Akteure.
von Roland Graf
17. April 2026
Wenn Dominik Flammer ein Buch schreibt, dann wird das schnell episch. Diesen Ansatz kennt man aus seinem mittlerweile zum Standardwerk (und einer TV-Serie) gewordenen Werk »Das kulinarische Erbe der Alpen«. Diesmal bleibt der Autor in der Schweiz und widmet sich mit Hingabe einer Spezial-Disziplin der eidgenössischen Genusskultur.
Wie Belgien ist auch die kleine Schweiz – fernab der Kakao-Anbauländer – zum Synonym für Schokolade geworden: 70 % der Produktion gehen in den weltweiten Export. Die ganzseitigen, nostalgischen Bilder dazu, viele auch von längst verschwundenen Produkten, sind die eine Seite. Viel spannender fällt aber die Ursachenforschung aus, warum die Alpenrepublik zu einem »global player« werden konnte. Dass es bis auf César Ritz Ausländer waren, die aus dem Milchüberschuss eine neue Industrie aufbauten, ist ein interessantes Detail: Heinrich Nestlé kam aus Frankfurt, Charles und George Page
gar aus Amerika.
Flammer beleuchtet aber auch, wie sehr importierte Schokolade den Chocolatiers (mit ihren Kilopreisen von 15,80 Franken) am Heim-Markt zusetzt. Lesenswert ist die süße Monographie bis in den Anhang – dort findet sich eine Zeittafel ebenso wie Fachbegriffe und weiterführende »Schoggi«-Literatur.
Warum kaufen?
Kein Schoko-Stängeli, eine 300 Gramm-Tafel von Buch hat Flammer der süßen Schweizer Kernkompetenz gewidmet!
248 Seiten, AT Verlag, € 66
at-verlag.ch
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