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26 Jahre, schlagfertig, Weintalent des Jahres: Martin Heinzl holt »Schlossquadrat-Trophy« 2026

Winzer
Nachwuchs

Jedes Weintalent unter 35 Jahren darf nur einmal bei der über sechs Monate gehenden »Schlossquadrat-Trophy« antreten. Und doch gab es beim heurigen Sieg in Wien-Margareten eine Wiederholung: Erneut holte sich ein Weinviertler den begehrten Nachwuchspreis.

Zum 16. Mal suchten »Schlossquadrat«-Hausherr Jürgen Geyer und die Österreich Weinmarketing (ÖWM) den beliebtesten Nachwuchswinzer. Trotz der eingespielten Wettbewerbsmodalitäten gab es dabei eine Premiere. Mit Lukas Schiefermair stand erstmals ein Oberösterreicher im Finale! Der 31-Jährige aus der Weinbauregion Bergland sah sich heuer dem größten Weingut Österreichs (Katharina Baumgartner mit 200 Hektar) gegenüber. Die Pulkautalerin war die einzige Frau im Teilnehmer-Sextett, das mit Johannes Kölbl und Martin Heinzl insgesamt drei Weinviertler Winzer umfasste. Für den Leithaberg ging Martin Hahnekamp ins Rennen, das Kamptal vertrat Johannes Haimerl.

Veltliner bei gleich fünf Kandidaten

Sie alle hatten ihre Weine einen Monat lang im Ausschank in den »Schlossquadrat«-Lokalen und sammelten dabei bereits Punkte. Im Finale wurden zwei Weine zugelassen, die von der Fachjury (mit Falstaff-Beteiligung) und den anwesenden Gästen bewertet wurden. Traditionell entscheidet ein Vergleich der Grünen Veltliner schon immer ein wenig mit, wohin die Sympathien gehen. Diesmal gab es gleich fünf Versionen der weißen Hauptsorte zu kosten. Als einziger Winzer hatte Martin Hahnekamp keinen »GV« am Start. Er setzte auf Sauvignon Blanc und seinen »polarisierendsten Wein«, den im Holz ausgebauten Chardonnay »Ried Scheibenberg«. Zudem gab es zwei Gemischte Sätze und einen einzigen Rotwein (Baumgartners Zweigelt) im Klassement der 12 Weine zu verkosten.

Doch auch rhetorisch müssen die Nachwuchswinzer punkten. Drei Fragen nach Zufallsprinzip gilt es für das Publikum in Margareten zu beantworten. Den größten Fanclub hatte dabei »Exot« Schiefermair mitgebracht.

Stand-up-Comedy mit Jungwinzern

Er erntete auch viel Applaus, als er die Frage nach einer prominenten Persönlichkeit, die seinen Wein trinken sollte, mit »Udo Jürgens« beantwortete. »Denn dann hätte er vielleicht nicht über griechischen Wein, sondern den oberösterreichischen ein Lied geschrieben«. Ebenso schlagfertig zeigte sich aber Martin Heinzl, der mit Lockerheit die Fragen von Michael Wanits beantwortete. Ob er mit 10 000 Euro lieber Kellerequipment kaufen oder im Burgund auf Wein-Kost gehen würde, war für ihn keine Frage: »Bei jeder anderen Region hätte ich ja zum Weintrinken gesagt – aber im Burgund kommt man mit 10 000 Euro nicht sehr weit«. Am Ende der Stimmenauszählung hatte der 26-Jährige aus Deinzendorf mit seiner Lockerheit – und Top-Veltliner der Lage Steinviertel – die Nase vorne.

Als Sieger erhält Heinzl eine Fülle an Preisen der Sponsoren – von Etiketten für seinen nächsten Wein über Einkaufsgutscheine und Magazin-Porträts bis zum BMW-Wochenende in der Steiermark. Das passende Buch dazu überreichte neben den anderen Falstaff-Preisen Johannes Pasler als Leiter der Guide-Redaktion: »Die schönsten Weinreisen«. Für manchen Weinfreund wird die nächste Reise nach diesem Erfolg aber nach Deinzendorf führen!


 

Roland Graf
Roland Graf
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