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© Ian Ehm

Die Berge backen: Keksrezepte aus Südtirol

Backen
Kekse
Südtirol
Rezept

Normalerweise zaubert Tamara Rigo unter der Leitung des Südtiroler Sternekochs Norbert Niederkofler Desserts in den besten Küchen der Welt. Für Falstaff kehrt sie auf die elterliche Hütte in den Südtiroler Dolomiten zurück und bäckt die Lieblingskekse ihrer Kindheit.

Berühmt geworden ist Tamara Rigo mit eher ungewöhnlichen Kreationen mit ebensolchen Namen. Ihr vielleicht legendärstes Dessert, »­Sapore de Sal«, etwa vereint Mandeln, Zitronen, Meersalz, Kapern und Algen zu einem süß-salzigen Vergnügen. »So I turned to the garden of love« ist eine sinnliche Mischung aus Lychee, Birne und Rosen. Und für ihre Version einer taiwanesischen Pineapple-Tarte hat sie Äpfel und Pinienkerne elegant – und ­bildhübsch! – zusammengebracht.

All das hat sie zu einem ziemlichen Star der internationalen Patisserie-Szene gemacht. Nach Stationen in Bangkok, ­England und Australien war sie einige Zeit Chef-Patissière der »Gucci Osteria da ­Massimo Bottura«, des Meisterkochs Edel­italieners in Beverly Hills, wo sie sich auch ihren ersten Michelin-Stern holte. Kürzlich ist sie in ihre Heimat Südtirol zurückgekehrt und ist nun Teil von Norbert ­Niederkoflers Team. So entwirft sie beispielsweise die Dessertkreationen für das dreifach mit Michelin-Sternen ausgezeichnete »Atelier Moessmer Norbert Niederkofler« und begleitet Norbert ­Niederkofler nach Saudi-­Arabien, um dort sein Ausbildungsprojekt für junge saudische Köche zu unterstützen. 

Zudem reist sie für kurze Pop-up-Events gemeinsam mit ihm rund um die Welt. Südtirol als Basis macht es zumindest deutlich leichter für sie, einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachzukommen: gemeinsam mit ihrer Familie auf der elterlichen Hütte in den Dolomiten zu backen. Die Hütte liegt an den Hängen des Plan de Corones (Kronplatz auf Deutsch) und wurde vor 33 Jahren von Tamaras Eltern gebaut. Weil sie auf dem einzig ­flachen Stück eines steilen Hangs steht, wo Tamaras Großvater einst gern sein Speckbrot jausnete, heißt sie »Ücia Picio Pré«, was in ihrer Muttersprache ­Ladinisch »kleine Wiesenhütte« bedeutet. Die Rigos bewirtschaften sie ganzjährig, im Sommer für Wanderer, im Winter für Skitourengeher. Sie backen dort ihr ­eigenes Brot und Apfelstrudel, sämtliche Gerichte, etwa die legendären Ravioli mit Fleisch­fülle oder die Schlutzkrapfen sind haus­gemacht.

Brotklee-Kipferl.
© Ian Ehm
Brotklee-Kipferl.

Ihr Vater und ihr Bruder stehen in der Küche, ihre Mutter kümmert sich um die Gäste. Tamara wuchs hier in der Küche auf. »Mein Vater und ich waren immer die Süßmäuler der Familie, für uns gab es immer die doppelte Portion Kuchen«, sagt sie. Bis heute denkt sich gern an die gemütlichen Winternachmittage zurück, wenn die Gäste gegangen waren und die Familie Zeit hatte, gemeinsam Kekse zu backen, weil: »Weihnachten ist einfach die schönste Zeit bei uns in Südtirol.« Die folgenden Rezepte stammen alle aus dem Familienschatz und wurden über die Jahre immer ein wenig geändert, sodass sie jetzt genauso schmecken, wie die Rigos sich das vorstellen – mit Kletzen, Kastanienmehl und vielen alpinen Gewürzen. Tamaras Lieblinge? »Die Kastanienbusserln. Die sind so klein, von denen kann man ganz besonders viele essen!« Falstaff kennt außerdem noch weitere gelungene Keksrezepte von Tamara Rigo:


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Erschienen in
Rezepte Special Österreich 04/2024

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Tobias Müller
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