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Espresso-Effekt: Wie Koffein unser Einkaufsverhalten beeinflusst

Kaffee
Wissenschaft

Hungrig einkaufen ist oft »riskant« – aber auch Kaffee vorher macht uns überraschend impulsiv.

Ein knurrender Magen bringt uns beim Einkaufen schnell aus dem Konzept. Die Produkte in dem Regalen wirken verlockender, und schon landet mehr im Wagen als geplant. Doch nicht nur Hunger beeinflusst unser Verhalten: Eine Studie zeigt, dass auch Kaffee einen ähnlichen Effekt haben und zu spontanen Impulskäufen führen kann.

Eine Untersuchung, veröffentlicht im Journal of Marketing, zeigt, dass Menschen nach dem Trinken von koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee oder Cola eher dazu neigen, beim Einkaufen mehr Geld auszugeben. Der Grund? Das Koffein reduziert den Einfluss der Schlafhormone und sorgt schließlich auch dafür, dass viele Käufer:innen eher spontaner und unbedachter handeln.

Kaffee macht Impulsiv

Um ihre Vermutung zu prüfen, führten Dipayan Biswas und sein Team von der University of Florida ein Experiment vor mehreren Geschäften in unterschiedlichen Ländern durch. Rund 300 Kund:innen erhielten vor dem Einkaufen »stichprobenartig« eines von drei Getränken: normalen Kaffee mit 100 Milligramm Koffein, entkoffeinierten Kaffee oder Wasser – kostenlos.

Nach dem Einkauf zeigten die Teilnehmer ihre Rechnungen, und tatsächlich zeigte sich ein Zusammenhang: Wer koffeinhaltige Getränke konsumierte, tätigte häufiger Spontankäufe und gab mehr Geld aus. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Koffein also nicht nur das Energielevel steigert, sondern gleichzeitig zu impulsiveren Einkaufsentscheidungen führt. Das Experiment wurde auch in anderen Ländern unter diesen Bedingungen durchgeführt und bestätigte den Effekt: der Koffeinkonsum sorgt regelmäßig für einen spürbaren Anstieg der Ausgaben.

Süßigkeiten, Snacks und Dekoration

Um den Einfluss von Koffein auf Kaufentscheidungen genauer zu untersuchen, analysierten die Forschenden nicht nur die Menge der Einkäufe, sondern auch die Art der gekauften Produkte. Wer koffeinhaltigen Kaffee getrunken hatte, griff deutlich häufiger zu Süßigkeiten, besonderen Snacks oder Dekorationsartikeln. Teilnehmer:innen des Experiments, die entkoffeinierten Kaffee gewählt hatten, entschieden sich dagegen eher für praktische Alltagsgegenstände. Das zeigt, dass Koffein nicht nur die Kaufmenge, sondern auch die Art der Entscheidungen beeinflussen kann. Wenn wir vor dem Einkauf Kaffee trinken, werden wir also nicht nur spontaner, sondern auch genussorientierter.


 

Redaktion
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