Fleisch vom Fass: Wie aus Bier ein Schnitzel wird
Ein Forschungsteam in London hat eine Methode entwickelt Brauhefe in die Grundlage für im Labor hergestelltem Fleisch zu entwickeln.
Ein Bier zum Schnitzel – diese Kombination ist ein Klassiker. Doch was wäre, wenn das Schnitzel selbst aus Bier bestehen würde? Nicht direkt aus dem Getränk, sondern aus den Rückständen seiner Herstellung. Wie das englischsprachige Onlinemedium i24NEWS berichtet, arbeiten Wissenschaftler:innen in London an einem Verfahren, bei dem Brauhefe weiterverwertet werden könnte, um Fleisch im Labor herzustellen. Der Ansatz verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen Produktionskosten gesenkt werden, zum anderen soll sich die Textur hergestellter Fleischprodukte verbessern. Gleichzeitig würde ein Nebenprodukt der Bierherstellung sinnvoll genutzt, das sonst häufig entsorgt wird.
Die dazu in Frontiers in Nutrition veröffentlichte Studie zeigt, dass gebrauchte Hefe als Nährboden für Bakterien dienen kann, die bakterielle Cellulose produzieren. Dabei handelt es sich um ein Material, das sich als Grundlage für die Zellkultivierung eignet – ein wichtiger Bestandteil in der »Herstellung« von Fleisch. Laut Wissenschaftler Christian Harrison vom University College London entnimmt das Forschungsteam im ersten Schritt des Prozesses gezielt Hefereste aus Brauereien, um sie in diesem Prozess weiterzuverwenden. Auf diese Weise entsteht eine Art Gerüst, auf dem tierische Zellen wachsen können.