Zum Inhalt springen
© Miriam Al Kafur/Falstaff

Goldener Papagei eröffnet zweites Café auf der Wieden

Wien
Neueröffnung
Kaffeehaus

Hinter dem Wiener Karlsplatz gibt es jetzt eine zweite »Goldener Papagei«-Filiale samt kleiner Frühstückskarte, eigener Kaffeeröstung und selbstgemachten Pieroggi.

Der »Goldene Papagei« in der Wiener Praterstraße, direkt unter der Nase des Goldenen Nestroy, ist eines jener Lokale, wo es auch vormittags unter der Woche schwierig ist, einen Sitzplatz zu bekommen, so gerne trinken die Wiener:innen dort ihren Kaffee, genießen die Mehlspeisen und beobachten vorbeieilende Passant:innen. Dass Nathan Spasić einmal Café-Inhaber werden würde, ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden: »Mein Vater hatte die erste Espressobar in Belgrad. Das war damals eine Sensation und er hat bis zu 3000 Espressi pro Tag verkauft«, erzählt Spasić im Gespräch mit Falstaff.

Als Spasić dann durch Zufall auf ein ehemaliges Papiergeschäft hinter der Karlskirche stieß, dachte er sich: »Wieso nicht noch einen zweiten Papageien?« – obwohl er gar nicht auf der Suche nach einem Lokal für einen zweiten Standort war. Es folgte ein langer und arbeitsintensiver Umbau – »die grauen Haare hatte ich davor noch nicht« – bis Spasić und sein Team auf der Wieden eröffnen konnten. Während des Umbaus wurde ein verstecktes Backsteingewölbe freigelegt und jetzt glänzt das Lokal mit diversen Pflanzen, einer Vitrine aus Glasfliesen und bodentiefen Fenstern. Das Interieur ist hellblau-terrakottafarben gehalten, und die Speisekarten sind mit kleinen Grafiken verziert.

Und schon am Tag nach der Eröffnung gibt es ein reges Treiben im neuen Café in der Argentinierstraße, Gäste aus dem ersten »Papageien« sind gekommen, um Spasić zur Neueröffnung zu gratulieren und Neugierige informieren sich über den Neuzuwachs in der Nachbarschaft. Aktuell ist der zweite »Goldene Papagei« noch in einer Soft-Opening-Phase, danach soll das Café um einen Schanigarten erweitert werden. Anders als im 2. Bezirk soll es vom Tagesgeschäft auch ins Abendgeschäft übergehen – etwas, das in der ersten Location nie funktioniert hat: »Wir würden uns natürlich freuen, wenn das Abendgeschäft hier anlaufen würde.«

»Paparogi« aus Eigenproduktion

Aber was gibt’s jetzt eigentlich im neuen »Goldenen Papagei«? Anders als im Café in der Leopoldstadt soll es im Vierten auch Warmes zu essen geben, nämlich Pieroggi, mit einem Augenzwinkern »Paparogi« genannt. »Meine Familie mütterlicherseits ist aus Polen und meine Oma Zofia hat mir oft Pieroggi gekocht«, so Spasić. Dafür wurde eigens eine Maschine aus Taiwan gekauft, die soll Tausende Teigtascherln innerhalb kürzester Zeit produzieren können. Die Pieroggi gibt es in klassischen Variationen und in ausgefallenen Neuinterpretationen, etwa »Mala Fusion« mit slow-cooked beef, Szechuan-Pfeffer und Chiliöl, »Moritz’ Choice« mit Gorgonzola, Birnen, Walnüssen und Buchweizen oder »Holy Potato«, der Klassiker aus Polen mit Kartoffeln, Topfen und karamellisierten Zwiebeln. Diese gibt es auch als preisgünstiges Mittagsmenü, der übliche Sauerrahm ist auch vegan erhältlich.

Bei den Mehlspeisen ist man eher klassisch unterwegs mit allerlei Kuchen, die Pastéis de Nata – »ich habe die im Portugal-Urlaub erstmals gegessen und wollte die dann unbedingt fürs Café« – werden extra aus Portugal geliefert.


Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
Mehr zum Thema
1 / 12