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Klimawandel bedroht Weinregionen: Ein Wendepunkt für den Weinbau?

Einige kürzlich durchgeführte Studien offenbaren, dass bis zu 70 Prozent der weltweiten Weinregionen durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet sind. Wie könnte dies die Zukunft des Weinbaus verändern?

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den globalen Weinbau könnten tiefgreifender sein, als bisher angenommen. Eine umfassende Studie, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, zeigt, dass bei einer Erderwärmung von mehr als zwei Grad Celsius bis zu 70 Prozent der weltweiten Weinbaugebiete unbrauchbar für den Weinbau werden könnten. Dieser alarmierende Befund basiert auf der Auswertung von über 200 Studien, die den Einfluss des Klimawandels auf den Weinbau untersuchen.

Die Forschung zeigt, dass sich in 29 Prozent der heutigen Weinregionen derartig extreme Klimaveränderungen entwickeln könnten, die die Produktion von Premiumweinen unmöglich machen würden. Für weitere 41 Prozent der Gebiete wäre die Fortführung des Weinbaus nur durch effektive Anpassungsmaßnahmen möglich. Insbesondere Weinanbaugebiete in Küsten- und Tieflandregionen wie Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Südkalifornien stehen vor besonderen Herausforderungen. Hier könnten bis zu 90 Prozent der Anbauflächen durch Hitze und Dürre zerstört werden.

Unaufhaltsamer Wandel?

Doch es gibt auch Lichtblicke: Ein Viertel der heutigen Weinbaugebiete könnte von einer Erwärmung um maximal 2 Grad Celsius profitieren, darunter Regionen in Großbritannien, Nordfrankreich, den US-Bundesstaaten Washington und Oregon, sowie die Insel Tasmanien. Darüber hinaus könnte ein weiteres Viertel beim Einsatz geeigneter Anbaumethoden seine Eignung für den Weinbau beibehalten.

Nach einem Bericht des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen könnte die globale Erwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts 2,9 Grad Celsius erreichen, sollte nicht entschlossener gegen den Klimawandel vorgegangen werden. Laut der Internationalen Energieagentur stiegen die globalen Treibhausgasemissionen im Jahr 2023 um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem liegen die weltweiten Durchschnittstemperaturen bereits um 1,52 Grad Celsius über dem Niveau vor der industriellen Revolution, wie Daten der Europäischen Union belegen.

Diese Entwicklungen und Prognosen rufen zu einem dringenden Umdenken in der Weinindustrie auf. Weinproduzent:innen müssen innovative Anbau- und Anpassungsstrategien entwickeln, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Die Welt des Weinbaus steht an einem kritischen Punkt, an dem die Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, über die Zukunft vieler Weinregionen entscheiden könnten.


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Maximilian Tröstl
Autor
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