Krimiwanderung in den Weinbergen von Röschitz
Obwohl 140 Detektive mit reichlich Gruber-Wein verköstigt wurden, hatte der Mörder keine Chance
Die Krimiwanderung der Winzerfamilie Gruber aus Röschitz erfreut sich jedes Jahr zunehmender Beliebtheit. Zwar musste die Veranstaltung wegen schlechten Wetters im Frühjahr diesmal auf September verschoben werden, dennoch fanden sich 140 Wein- und Krimifreunde am Hof der Grubers ein, um wieder einen Fall zu lösen. Am vergangenen Samstag gab es zum Auftakt feine Schmankerl und erfrischende Frizzantes. Jung- Schauspieler Patrick Seletzky verlas den Prolog und schilderte, wie ein imaginärer Winzer ermordet wurde. Nebenbei wurde die »Leiche« anschaulich auf einer Bahre in einen Leichenwagen verladen. Anschließend wurden die Gäste in Gruppen eingeteilt, die sich in die Weinberge aufmachten, um weitere Indizien zu sammeln und den Fall zu lösen.
Verkostungen in den Weingärten
Bei jeder der vier Labestationen in und um Röschitz gab es regionale Köstlichkeiten und jeweils zwei Weine zu verkosten – nach Möglichkeit so organisiert, dass die Lagenweine an ihrem Entstehungsort ihrer Bestimmung zugeführt wurden. Frisch gestärkt wurden nach jeder Verköstigung weitere Kapitel des eigens für diesen Tag geschriebenen Krimis verlesen. Die Autorinnen Kerstin Holzinger und Nadja Striteszky hatten in ihre Geschichte lokale und vinophile Besonderheiten geschickt eingeflochten. Die Phantasie der engagierten Hobbydetektive war durch stetigen Weinkonsum bereits zusätzlich angeregt, und es wurden wildeste Theorien über mögliche Motive und Glaubwürdigkeit der Alibis diskutiert.
Wein, Sturm und Haubenbküche
Winzer Ewald Gruber senior war einer der Gruppenleiter, die durch die Weingärten führten. Als Lokalmatador nutzte er die Gelegenheit, um seine Gäste über die Vorzüge der jeweiligen Lagen, die Bodenbeschaffenheit und die klimatischen Einflüsse zu informieren. Zudem erzählte er von der Geschichte des Weinbauortes und zeigte Attraktionen wie den »Weberkeller« mit seinen Löss-Schnitzereien. In der Dämmerung erreichten alle Teilnehmer wieder das Weingut, wo sie mit delikaten Gerichten von Haubenkoch Christoph Wagner aus Hollabrunn empfangen wurden. Dazu gab es frischen Sturm und wiederum eine reiche Auswahl aus dem Gruber'schen Weinkeller. Die Familie Gruber bewirtschaftet eine Fläche von rund 80 Hektar, die Weingüter Schloss Maissau und Stift Altenburg eingeschlossen.
Auflösung des Falls
Nach dieser neuerlichen Stärkung traten vier Laien- und ein Profi-Schauspieler an, um die Lösung des Falles zu präsentieren. Jeder verkörperte einen anderen Charakter, der im zuvor dargebrachten Krimi als Mordverdächtiger in Frage kam, und schilderte den Tathergang aus dessen individueller Sicht. Wie erhofft kam es zu einem finalen Knalleffekt, und jene Freizeit-Schnüffler, die der Lösung des Falls am nächsten kamen, wurden mit Preisen vom Weingut Gruber, vom Wirtshaus Wagner und vom Weinquartier Retz reichlich belohnt.
www.gruberwein.at
www.diewagners.at
(von Bernhard Degen)