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Marian Kopp

Marian Kopp
© Lauffener Weingärtner eG

Marian Kopp im Falstaff-Talk: Steillagen sind ein Alleinstellungsmerkmal

Interview
Weingut
Deutschland

Falstaff sprach mit Marian Kopp, dem Geschäftsführenden Vorstand der Lauffener Weingärtner im mittleren Neckartal in Württemberg.

Falstaff: Herr Kopp, als Vorstand der Lauffener Weingärtner gehört das Thema »Steillagen« zu Ihrem täglich Brot. Nun hört man, dass gerade am Neckar viele Steillagen aufgegeben sind.

Marian Kopp:
In Lauffen und Mundelsheim liegen aktuell rund 25 Prozent brach – mit wachsender Tendenz. Die Steillagen tragen sich fast alle finanziell nicht. Würde man diese Weinberge von einem Lohnunternehmer bewirtschaften lassen, wäre der Rechnungsbetrag höher als die zu erwartenden Einnahmen. Bei der Eigenbewirtschaftung durch ein Genossenschaftsmitglied gibt es keine Verlohnung, und keine weiteren Ausgaben, dann lässt sich das eine Weile aus anderen Einnahmen quersubventionieren.

Aber früher oder später geben viele Betroffene dann doch auf. Gibt es alternative Nutzungen,
Solar beispielsweise? Oder Ideen dafür?

Es sind reine Handarbeitslagen. Es gibt bisher noch keine sinn- oder wirkungsvollen Konzepte zur Nachnutzung. Für andere Obstsorten verlagert sich das Thema Mindestlohn nur auf andere Kulturarten. Eine Lösung ist das nicht. Auch Photovoltaik ist mit einer Maschine auf befahrbarem Feld einfacher und vor allem günstiger zu stellen als auf einer Steilterrasse. Abgesehen von der Auswirkung auf das Landschaftsbild.

Lauffener Krappenfelsen in der Einzellage »Katzenbeisser«
© Lauffener Weingärtner eG
Lauffener Krappenfelsen in der Einzellage »Katzenbeisser«

Gibt es staatliche Förderungsprogramme, um dem Steillagenweinbau zu helfen bzw. sein Verschwinden zu verhindern?

Ja, die gibt es, aber sie greifen nicht ausreichend. Das Problem wird noch verschärft durch die sinkende Nachfrage, die Erhöhung des Mindestlohns und das Problem der Betriebsnachfolge. Zudem können gerade viele Nebenerwerbswinzer die Unterstützungen nicht abrufen, weil ihre Flächen zu klein für das Erreichen des Mindestförderungsbetrags sind.

Wo sehen Sie Chancen für den Erhalt des Steillagenweinbaus?

Der Steillagenweinbau verkörpert etwas, das im Wein immer wichtiger wird: Herkunft, Identität und eine unverwechselbare Kulturlandschaft. Diese Lagen sind nicht nur spektakulär, sie sind ein Alleinstellungsmerkmal, das sich auch touristisch immer stärker nutzen lässt und zusätzliche Wertschöpfung in die Regionen bringen kann. Dann stehen wir vor einer massiven Umbestockungswelle, die enorme Investitionen verlangt und ohne verlässliche Unterstützung kaum zu bewältigen ist. Ein entscheidender Faktor wird zudem sein, ob wir im Pflanzenschutz praxistaugliche Lösungen ermöglichen – etwa durch vereinfachte Zulassungen für Drohnen. Mit dem Klimawandel rücken außerdem robuste, hitzetolerante Rebsorten beziehungsweise PIWI-Sorten stärker in den Fokus, weil sie in den heißer werdenden Top-Lagen nicht nur ökologisch, sondern auch qualitativ neue Perspektiven eröffnen. Und am Ende wird sich die Zukunft der Steillagen auch daran entscheiden, ob ihre Leistung als Landschaftspflege und als kulturelles Erbe gesellschaftlich stärker anerkannt und honoriert wird – von den Kommunen und der Politik, aber vor allem auch von den Kunden.

Wir danken für das Gespräch.


 

Im neuen Falstaff Magazin 2/2026 gibt es weitere Informationen sowie Weintipps zum Thema Steillagen:

Erschienen in
Falstaff Magazin Österreich Nr. 2/2026

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Im Brühl 48
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Ulrich Sautter
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Wein-Chefredakteur Deutschland
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