Zum Inhalt springen
© Shutterstock (Symbolbild)

Mythencheck Tomate: Was stimmt – und was nicht?

Tomaten
Gemüse
Sommer

Frucht oder Gemüse? Wie viel Wasser braucht sie und wie hält sie sich am längsten? Falstaff hat sich die Tomate genauer angesehen.

Tomaten haben im DACH-Raum je nach Anbauart etwa von Juni bis Oktober Saison, mit dem größten Angebot in den warmen Sommermonaten. Aus geschütztem Anbau, etwa aus dem Gewächshaus, sind regionale Tomaten teils bereits ab dem Frühjahr und bis in den Herbst erhältlich; im Winter stammen sie meist aus beheizten Gewächshäusern oder aus Importen. Jetzt befinden sie sich also in ihrer Hauptsaison – perfekt für Salate, Suppen und viele weitere Sommergerichte. Passend dazu haben wir einige Mythen rund um die Tomate unter die Lupe genommen.

Mythos 1: Tomaten sind Gemüse

Tomaten passen perfekt in Salate, zu Pasta und auf Pizza – genau wie viele andere Gemüsesorten auch. Also sind sie doch Gemüse, oder? So einfach ist es nicht. Botanisch gesehen zählen Tomaten nämlich zu den Früchten, da sie aus der Blüte einer Pflanze entstehen und Samen enthalten. Wer schon einmal eine Tomate aufgeschnitten hat, kennt die kleinen Kerne im Inneren. In der Küche werden Tomaten meist wie Gemüse verwendet – also in herzhaften Gerichten statt in Desserts.

Unterm Strich sind Tomaten somit so etwas wie beides zugleich: botanisch Frucht, kulinarisch Gemüse. Und sie sind damit nicht allein – auch Avocados, Paprika oder Zucchini gehören eigentlich zu den Früchten, werden aber als Gemüse verwendet.

Mythos 2: Tomaten gehören in den Kühlschrank

Tomaten müssen unbedingt kühl gelagert werden, damit sie frisch bleiben? Nicht ganz. Tomaten sollten idealerweise kühl, aber nicht kalt gelagert werden – etwa bei 12 bis 16 Grad. Rispentomaten fühlen sich bei 15 bis 18 Grad besonders wohl. Trotzdem ist hier die Balance wichtig: Ist es zu warm, werden die Tomaten schlecht und fangen an zu schimmeln, ist es zu kalt verlieren sie ihr Aroma. Der ideale Lagerort ist ein lichtgeschützter, kühlerer Raum mit ausreichend Luftfeuchtigkeit. Werden Tomaten richtig gelagert halten sie sich bis zu zwei Wochen.

Mythos 3: Tomaten eignen sich nur für pikante Gerichte

Tomaten überzeugen nur herzhaft? Wohl kaum. Natürlich machen sie in Pasta, Pizza, Salsa oder Salaten eine gute Figur – doch ihr Potenzial reicht weit darüber hinaus. Auch in der süßen Küche können sie überraschen. Sie sind längst nicht das einzige »Gemüse«, das den Weg ins Dessert findet. Schon früher wurden sie kreativ eingesetzt, etwa in ungewöhnlichen Kuchenvariationen oder sogar als Basis für Eiscreme. Ob als Tomatensorbet oder Tomaten-Gelato – die Frucht zeigt, wie vielseitig sie wirklich ist.

© Shutterstock

Mythos 4: Man sollte die komplette Tomatenpflanze gießen

In manchen Belangen gilt die Tomate als besonders empfindlich – besonders beim Gießen. Die Pflanzen sollten ausgiebig, aber langsam gegossen werden. Am besten direkt bei den Wurzeln unten gießen, damit die Feuchtigkeit dort ankommt, wo sie gebraucht wird – und die Blätter möglichst trocken bleiben. So lassen sich Krankheiten vorbeugen und die Pflanze kann sich optimal entwickeln.

Wichtig ist außerdem der richtige Zeitpunkt: Am besten gießt man morgens. Dann sind die Blätter bis zum Mittag wieder trocken. Wird erst am Abend gewässert, bleibt das Laub lange feucht, was wiederum Pilzen ideale Bedingungen bietet. Zudem vertragen Tomaten früh am Tag auch kühleres Leitungswasser besser, während es später eher zu Wurzelstress kommen kann.

Ebenso entscheidend ist die Bodenfeuchtigkeit: Tomaten mögen keinen ständigen Wechsel zwischen zu trocken und zu nass. Genau solche Schwankungen können dazu führen, dass sowohl unreife als auch reife Früchte platzen. Deshalb sollte regelmäßig gegossen werden, sodass der Boden leicht feucht bleibt und zwar oberflächlich trocknet, aber nicht vollständig.

Mythos 5: Rote Tomaten sind die reifsten und schmecken am besten

Viele glauben, dass nur die tiefroten Tomaten wirklich gut sind. Aber auch das ist ein sehr weit verbreiteter Mythos. Es gibt Sorten, die von Natur aus gelb, orange, oder sogar grün bleiben – und trotzdem voll ausgereift und aromatisch sind. Die Farbe sagt also nicht immer etwas über den Geschmack oder die Reife aus.


Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
Mehr zum Thema
1 / 12