Pizza, Pasta, Planlosigkeit: Folge vier von »Raus aus Teufelsküche«
In Folge vier von »Raus aus Teufelsküche« kämpft Alain Weissgerber um die Zukunft der Wiener Pizzeria »Tanti Saluti«. Veraltetes Konzept, volle Speisekarte und leere Tische – kann aus dem Chaos ein Comeback werden?
In Folge vier von »Raus aus Teufelsküche« verschlägt es Alain Weissgerber in den vierten Wiener Gemeindebezirk. Seit fast 25 Jahren betreibt Magdi die Pizzeria »Tanti Saluti«, unterstützt von seiner Frau, seinem Sohn Kyrillos und seinem Sous-Chef. Die Stammkundschaft schätzt das familiäre Flair, doch auch die wird immer weniger und wirtschaftlich läuft’s nicht rund. Leere Tische, zu viel auf der Karte, Hygienemängel in den Räumen: Kann Alain dem altgedienten Lokal in 48 Stunden neues Leben einhauchen?
Willkommen in Wien – und im Chaos
Es geht nicht gut los: als Alain ankommt, hebt er draußen vor dem Eingang erst einmal eine lockere Fliese an. Niemand ist im Gastraum, kein Empfang, kein Gast – »Es sieht sehr verlassen aus«, murmelt er, während sein Blick auf zerschlissene Tischdecken und ein altes Wandgemälde fällt. In der Küche wartet die nächste Ernüchterung: Staub, Spinnenweben, Tierchen, wohin man schaut. »Wenn die Kontrolle kommt, ist finito«, lautet Alains schonungsloses Urteil. Und das, obwohl Magdi überzeugt ist, die »beste Pizza im Umkreis« zu servieren.
200 Gerichte – und keins funktioniert
Beim Testessen bestellt Alain Lasagne al forno, Zwiebelsuppe, Pizza »Magdi« und Spareribs – angeblich die Bestseller. Serviert wird von Sohn Kyrillos, der nur gelegentlich aushilft. Auf die Frage, ob er den Laden einmal übernehmen will, sagt er klar: Nein – außer, es kommen täglich 2.000 bis 3.000 Euro rein. Währenddessen probiert Alain das Essen – oder versucht es zumindest. Die Lasagne lässt er nach einem Bissen stehen, die Ribs sind verbrannt und kalt, die Zwiebelsuppe ist kaum genießbar. »Der Käse ist doch kein Käse«, sagt er, »ich glaube, eine Lasagne aus dem Supermarkt ist besser.« Welcher Teller der schlechteste ist, kann Alain kaum entscheiden.
Realitätsschock
Bei der Inspektion der Vorräte öffnet Alain die Tiefkühltruhe und ist entsetzt. Keine Ordnung, Eisschichten, undefinierbare Reste. Es ist viel zu tun! Denn auch die Einstellung im Team ist problematisch: »Wir bekommen nur gutes Feedback«, heißt es von allen Seiten. Die Probleme? Werden wegerklärt.
Am Abend ist nur ein Tisch besetzt – Alain schaut in der Küche zu. Als einer der vier Gäste Risotto frutti di mare bestellt, entdeckt er Basmatireis im Topf. »Das ist vielleicht ein Tomatenreis, aber kein Risotto«, erklärt er, doch das Team bleibt dabei: »So machen wir das immer.«
Putzaktion und Pizza mit Plan
Am nächsten Morgen beginnt der Neustart. Jakob und sein Team renovieren das Lokal, während Alain einkaufen geht. Er besorgt frische Produkte vom Naschmarkt, ein Freund bringt hochwertiges Mehl – der neue Pizzateig entsteht. In einem emotionalen Moment arrangiert Alain ein Dinner-Date für Magdi und seine Frau. Das ist das erste Abendessen in Zweisamkeit seit über einem Jahr.
Neuer Look, neue Karte
Der Tag der Wiedereröffnung ist gekommen: Noch hängen die Handwerker in den Seilen, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Räume wirken frisch, modern und mediterran. Neue Tische, neue Tischdecken, der Barbereich im maritimen Stil. Als Promotionsgericht gibt es Bruschetta mit Zucchiniblüte, mit denen Magdi draußen in der Nachbarschaft neue Kunden anlocken soll. Auch das Menü für den Abend wurde gestrafft: geeiste Gurkensuppe, Paradeiser mit Büffelmozzarella und hausgemachtem Pesto, Salsiccia aus Italien. Die Pizza kommt in zwei Varianten – klassisch-rot und elegant-gelb – und die Pasta Vongole ist auf den Punkt. Trotz kleiner Pannen (vergessene Artischocken und Tischchaos) sind die Gäste begeistert.
»Tanti Saluti« ist an diesem Abend voll – sogar so voll, dass an der Bar und auf der Terrasse gegessen wird. Das Feedback ist eindeutig: Endlich frischer Wind! Und Magdi? Der wirkt stolz – aber auch überfordert. Alain bringt es am Ende auf den Punkt: »Ich glaube, er hat’s verstanden. Er muss nur Chef werden und Chef bleiben.«
Alle Infos zur Serie »Raus aus Teufelsküche« gibt es in unserem Themenspecial sowie jeden Dienstag um 21.15 Uhr auf »PULS 4« und »JOYN«.