Podcast löst Rätsel um Döner-Logo
Wer hat den ikonischen Dönermann mit Schnauzer und Spieß erfunden? Jahrzehntelang blieb die Antwort ein Rätsel – bis ein Podcast die Spur zu einem Düsseldorfer Grafiker aufnahm.
Man kennt ihn: Den Dönermann mit Schnauzer, Dönerspieß und langem Messer, rot auf weiß gedruckt, meist auf fettigem Papier, in dem das vielleicht beliebteste Fast-Food Deutschlands über die Theke geht. Seit Jahrzehnten ziert das Symbol unzählige Dönertüten, T-Shirts und manchmal sogar Protestschilder – ohne dass jemand sagen konnte, wer es eigentlich entworfen hat. Jetzt ist klar: Der Mann hinter dem ikonischen Motiv heißt Mehmet Unay.
Die Geschichte seiner Entdeckung beginnt nicht etwa in einem Designstudio, sondern mit einem Podcast. »OBSESSED: Döner Papers«, eine akribisch recherchierte ARD-Serie, hat nach dreijähriger Spurensuche das Rätsel um das Kult-Logo gelöst – und brachte Unay, heute im Ruhestand, dazu, erstmals öffentlich über seine Urheberschaft zu sprechen.
»Ein Lückenfüller«
Entstanden ist das Motiv irgendwann zwischen 1984 und 1991. Unay, damals Grafiker bei einem türkischen Reisebüro in Düsseldorf, übernahm nebenbei kleinere Aufträge aus der Community. Einer davon: ein Flyer für ein neues türkisches Restaurant. »Ein Lückenfüller«, sagt er heute. Um Zeit zu sparen, blätterte er durch einen Letraset-Katalog mit Illustrationen. Dort fand er das Bild eines Kochs mit einem Rollbraten – den er kurzerhand gegen einen Dönerspieß austauschte. Das Messer blieb. Die Idee war simpel, die Umsetzung dauerte kaum eine Stunde.
Was als unspektakulärer Auftrag begann, entwickelte sich bald zu einem inoffiziellen Wahrzeichen der deutschen Imbisskultur. Und doch hielt sich Unay im Hintergrund. Kein Versuch, sich die Rechte zu sichern, kein öffentlicher Anspruch auf die Urheberschaft. Für ihn sei das Logo »eine Teamarbeit« gewesen – und die Freude darüber, dass es so viele Menschen kennen und lieben, reiche völlig aus.
Selbst als sich Dritte ohne Bezug zur Entstehung die Rechte sichern ließen – etwa für T-Shirts oder Drucke – reagierte Unay gelassen. Vielleicht auch, weil er weiß: Kein offizieller Eintrag kann der Popularität des Dönermanns etwas hinzufügen. Die Figur ist längst mehr als ein Imbisslogo – sie ist ein Stück deutscher Popkultur.