Sie spielten »Csello«: 30 Jahre Renommierte Weingüter Burgenland
Ein überzeugendes Genuss-Fest in Oslip feierte die zwölfköpfige Winzer-Vereinigung RWB. Spitzenköche und prominente Winzer aus dem Ausland ergänzten das Angebot zum »30er« – angestoßen wurde mit über 100 Weinen.
Schon vor 15 Jahren feierten die »Renommierten Weingüter Burgenland« (RWB) ihren Geburtstag in der Osliper Cselley-Mühle. Zum »30er« der Winzer-Vereinigung hat sich nicht nur der Name der Location geändert: Im jetzigen »Csello« stand der Wein und die Freundschaft im Mittelpunkt. Auf offizielle Festredner – 2010 der unvergessene Willi Resetarits –verzichtete man, dafür blieb mehr Zeit, mit den zwölf Mitgliedsbetrieben und den ebenso vielen Gastwinzern fachzusimpeln. Schließlich hatten alle zur Feier des Tages auch Großflaschen mit Raritäten mitgebracht.
Eine Cuvée ohne Elitedenken
Für Obmann Kurt Feiler passte das familiäre Setting auch gut zum Geist der RWB, »denn wir sind alle Familien-geführt«. Josef Umathum ergänzte dieses Denken mit seinem Appell von der Bühne herab: »Wir wollen kein Elitedenken und ziehen alle an einem Strang«. Launig brachte es Albert Gesellmann auf den Punkt, der erklärte, warum er die Vereinigung »wie eine Cuvée sieht«, die Vorzüge des Terroirs vom Süden bis in den Seewinkel vereint.
Der Andrang zum Jubiläum war jedenfalls ähnlich groß wie bei der offiziellen Vorstellung im Februar 1996 im Schloss Esterházy. Damals hatte man mit 400 Gästen gerechnet, 800 feierten dann die neue Vereinigung. Anton Kollwentz als erster RWB-Obmann gab damals das Ziel der Vereinigung aus, das bis heute prägend ist: »Das Ansehen des burgenländischen Weins im In- und Ausland zu heben«! Ihm dankte Obmann Feiler in seiner Rede ebenso wie dessen Nachfolgern Helmut Velich und Paul Rittsteuer, die – einziger Wermutstropfen bei der Feier – alle drei nicht teilnehmen konnten. Sieben der damaligen Gründungsmitglieder sind aber heute noch dabei, der Ruster Hans Feiler repräsentierte die Pioniergruppe aus der Gründungssitzung in der Weinakademie 1995 im »Csello«.
Freunde aus Europa zu Gast
Das Prestige der international erfolgreichen Gruppe unterstrichen dabei auch die prominenten Gastwinzer. Champagner von Benoît Tarlant, Nahe-Rieslinge von Tim Fröhlich (Weingut Schäfer-Fröhlich) und Wachauer Smaragde von Hirtzberger, Knoll oder Machherndl ergänzten wie die Rotweine von Gaia Gaja (»Gaja«) und Giampaolo Motta (»La Massa«) das Angebot der rund 100 Weine in Oslip. Apropos Zahlen: Heute bewirtschaften die RWB-Weingüter rund 370 Hektar und erzeugen zusammen zwei Millionen Flaschen Qualitätswein. Damit steht die Gruppe für einen Jahresumsatz von ca. 16 Millionen Euro.
In der wechselhaften Geschichte waren es zu Spitzenzeiten 14 Mitglieder – und es könnten auch wieder mehr sein. »Wir prüfen aber genau, wer zu uns passt«, so Kurt Feiler über die mögliche Erweiterung der Gruppe, »die ein ganzes Bundesland vereint«.
Gesicherte Zukunft erkennbar
Bestens »passte« jedenfalls die Kulinarik von Spitzenköchen aus fünf Bundesländern: Philip Rachinger (»Mühltalhof«), Richard Rauch (»Geschwister Rauch«), Toni Mörwald (»Toni M.«), Stefan Birnbacher und Hans Jörg Unterrainer (»Kirchenwirt«) tischten je zwei Gänge auf. 1.800 Portionen wurden zum Wein gereicht, darunter Buchteln von Peter Leeb (»Csello«) und herrliche Somloer Nockerl vom »Pannoneum« zum süßen Abschluss.
Die Zukunft der RWB ist jedenfalls gesichert: Bei den Tischpräsentationen zeigte – etwa bei den Weingütern Krutzler, Achs, Stiegelmar oder Kollwentz – mittlerweile auch schon die dritte Winzer-Generation im Zeichen des Weinblatts, dem Logo der »RWB«, auf.