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© Weingut Malat | bigshot | Christian Jungwirth

Tief verwurzelt: Jägerball-Winzer Michael Malat

Jägerball 2025
Jägerball
Winzer
Kremstal

Die Geschichte des bekannten Familienweinguts am Fuße des weithin sichtbaren Stift Göttweig am rechten Ufer der Donau reicht weit zurück. Über viele Generationen hinweg haben engagierte Hände das Fundament für das geschaffen, was die Malat-Weine heute ausmacht und von Kennern und Genießern geschätzt wird: Kompromisslose Qualität als Voraussetzung für das Besondere.

Es gibt viele gute Gründe, warum das Weingut Malat heute zu den bekanntesten Betrieben Österreichs zählt. Einer der bedeutendsten ist zweifellos der spürbare Innovationsgeist, der das Weingut prägt – ergänzt durch die exzellente Qualität der Weine, die sich konsequent durch alle Segmente zieht, vom »Einstiegswein« bis zu den Ersten Lagen. Dieser Innovationsgeist zeigt sich in der Bereitschaft, Althergebrachtes zu überdenken und bewährte Traditionen mit neuen Perspektiven zu betrachten. Dieser kontinuierliche Entwicklungsprozess hat es ermöglicht, aus einem klassischen Mischbetrieb über Jahrzehnte hinweg ein angesehenes Weingut zu formen, das dem Trend zum Weintourismus folgend um ein modernes, stylisches Hotel erweitert wurde.

Nicht viele niederösterreichische Spitzenweingüter sind in Bezug auf ihr Sortiment derart breit aufgestellt wie das Weingut Malat in Furth-Palt. Denn neben den klassischen Weißweinen des Kremstals wie Riesling und Grüner Veltliner wurde hier schon früh auch dem Chardonnay Raum gegeben. In Sachen Rotwein wurde neben den im Kremstal schon heimischen Sorten St. Laurent oder Pinot Noir auch auf internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon – hier erstmals im Jahr 1980 als Versuchsweingarten ausgepflanzt – und auf den Ausbau in kleinen französischen Eichenfässern gesetzt. Was die Entwicklung des österreichischen Winzersektes betrifft, gilt Gerald Malat, der Seniorchef, zurecht als einer der Qualitätspioniere. Dass in geeigneten Jahren immer wieder edelsüße Weine von höchster Güte entstanden sind und diese Tradition auch heute noch gepflegt wird, lässt sich in der Vinothek erleben, die eine Schatzkammer voller Raritäten bewahrt.

Doch der Reihe nach: Der Einstieg in die Welt der Malat-Weine präsentiert sich sowohl in der Optik als auch in der Namensgebung ausgesprochen individuell. Hinter dem Label »Crazy Creatures« – erhältlich in vier verschiedenen Etikettenvarianten – verbirgt sich ein knackig-frischer Kremstaler Grüner Veltliner sowie ein fruchtig-lebendiger Rosé aus Pinot Noir und St. Laurent. Die nächste Stufe wird aus der Kategorie der Ortsweine aus Furth gebildet. Unter »Furth« firmieren vier Weißweine, die beiden Leitsorten Grüner Veltliner und Riesling, dazu ein lebendiger Chardonnay und ein duftiger Muskateller. Ergänzt wird das Angebot durch einen Rosé aus Cabernet Sauvignon, einen Zweigelt und einen Pinot Noir in der Kategorie Rotwein. Spannende Akzente setzen zwei maischevergorene Weißweine unter der Bezeichnung »RAW«: ein Gelber Muskateller und ein Gewürztraminer, die als Natural Wines ganz neue, »wilde« Facetten dieser Rebsorten präsentieren.

Klassische Lagenweine

Die Lagenweine beginnen mit einem Klassiker: Seit dem Gründungsjahr 1722 bewirtschaftet die Familie die Ried Höhlgraben, sie bringt heute einen mineralischen Grünen Veltliner hervor, geprägt von Böden aus verwittertem Stein und Schotter. Ebenfalls Veltliner – jedoch elegant und facettenreicher, mit fast burgundischer Stilistik – liefert die Ried Lekuschberg mit von Löss geprägtem Terroir. Filigran mit gutem Trinkfluß zeigt sich der Pinot Blanc Ried Am Zaum, mit feiner »sur lie«-Hefearomatik. Der stoffige, fast exotische Pinot Gris aus der Ried Zistel ist sowohl als vielseitiger Speisenbegleiter als auch als »Meditationswein« geeignet. Der komplexe Chardonnay Ried Hochrain verbindet Kremstaler Mineralität mit internationalem, von feinem Holz geküssten Stil. Die Rotweine mit Lagenbezeichnung sind der St. Laurent und der Pinot Noir, beide aus der Ried Satzen. Der reinsortige Cabernet Sauvignon trägt als Bezug zu seinem Pflanzjahr die Zusatzbezeichnung »80«.

Und weil das Weingut Malat Gründungsmitglied der »Österreichischen Traditionsweingüter« ist, als deren Obmann Gerald Malat lange fungierte, stehen an der Spitze der trockenen Weißweine gleich vier Erste ÖTW-Lagen. Vom Ried Gottschelle 1 ÖTW stammt ein saftig-fruchtiger Grüner Veltliner, vom Ried Steinbühl 1ÖTW kommt ein finessenreicher, leichtfüßig wirkender Riesling mit reifer Säure, wie er eben nur vom Urgesteinsboden kommt. Dichter und kompakter in der Art wirkt der Riesling aus der Ried Silberbichl 1ÖTW. Und schließlich der dritte Riesling, diesmal vom linken Donauufer von der Ried Pfaffenberg 1ÖTW, ein Wein mit dunkler, facettenreicher Aromatik.

In Sachen Winzersekt zählt Malat zu den Champions. Schon der Brut Nature reift mindestens 40 Monate auf der Hefe und besteht zu 80% Chardonnay und 20% Pinot Noir-Grundwein. Er ist ein klassischer Vertreter des trocknen Sektes, der ideal als Speisenbegleiter eingesetzt werden kann. Das gilt auch für den Brut Rosé Rerserve, ein reinsortiger Pinot Noir mit einem Gramm Restzucker. Minimum 5 Jahre verbringt der Blanc de Blancs Große Reserve auf der Hefe, dieser reine Chardonnay zählt zum Besten, was die Bezeichnung Sekt Austria trägt und wurde von Falstaff als bester Schaumwein in seiner Kategorie ausgezeichnet. Am bestens formuliert man es so: den Vergleich mit Michael Malats Top-Sekt müssen viele Blanc de Blancs aus der Champagne scheuen!

Jägerball-Wein

Mittleres Grüngelb, silberfarbene Reflexe. Zarte gelbe Tropenfrucht, florale Nuancen, etwas Blütenhonig, einladendes Bukett. Mittlere Komplexität, hat seine Muskulatur gut...
Kremstal, Österreich

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Erschienen in
Falstaff Jägerball Special 2025

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Peter Moser
Peter Moser
Chefredakteur Wein
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