Was ist ein »Nappuccino«?
Ein Powernap kennen und lieben wir alle, aber was bitte ist ein Kaffeenickerchen?
Samstagnachmittag, die Sonne scheint durchs Fenster, man lehnt sich zurück, schließt kurz die Augen – und schon ist es passiert, aus dem kleinen Nickerchen wird ein ausgedehnter Tiefschlaf. Der Wecker? Keine Chance. Und eigentlich wollte man nur kurz durchatmen. Was also tun, wenn Einschlafen zu leichtfällt und Aufwachen zur Herausforderung wird? Genau hier kommt der »Nappuccino« ins Spiel! Klingt fancy, ist aber ganz simpel: ein schneller Kaffee direkt vor dem Powernap. Nein, damit ist kein neues Trendgetränk des Jahres gemeint, sondern schlichtweg ein »schneller Kaffee« vor dem Powernap.
Funktioniert es?
Kurz um: Ein Kaffee vor dem Nachmittagsschläfchen soll sozusagen das Abdriften in die Tiefschlafphase verhindern. Aber ist ein Kaffee vor dem Nickerchen nicht kontraproduktiv? Nun ja nicht unbedingt: Mehrere kleinere Studien zeigen, dass eine Tasse Kaffee vor dem Schlaf besser wirkt als beides für sich allein. Die Mischung aus Beidem soll an sich effektiver sein. Das Ergebnis wären mehr Konzentration, Wachheit und Energie.
Hinter diesem Effekt steckt vermutlich auch die Wirkung des Botenstoff Adenosin. Der macht uns müde – und genau dieser Stoff wird von Koffein blockiert. Wenn wir schlafen, sinkt der Adenosinspiegel ganz natürlich, trinkt man also direkt vor dem Nap einen Kaffee, ist der Adenosinwert beim Aufwachen besonders niedrig – das Koffein kann dadurch noch besser wirken. Als Schlussfolgerung ist man nach diesem Nickerchen also erholter, frischer und soll sogar mehr Energie haben.
Die optimale Schlafdauer
Für den perfekten »Nappuccino« empfiehlt sich eine Schlafdauer von etwa 20 Minuten. Studien zeigen, dass dies ideal ist: Man bleibt im leichten Schlaf, fühlt sich erholt und läuft nicht Gefahr in die tiefere, schwerer zu verlassende Schlafphase zu fallen. Beim Powernap gilt grundsätzlich: lieber kurz und knackig. Tatsächlich konnte in einer Studie sogar nachgewiesen werden, dass schon sechs Minuten echten Schlafs ausreichen können, um das Gedächtnis positiv zu beeinflussen.
Wer zu lange döst – über 30 Minuten hinaus – droht allerdings eher in den Tiefschlaf abzurutschen. Das kann nicht nur zu diesem unangenehmen »Schlafkater«-Gefühl beim Aufwachen führen, sondern auch den nächtlichen Schlaf durcheinanderbringen. Es sei denn, man plant bewusst einen vollständigen Schlafzyklus von rund 90 Minuten ein. Ob das auch wirklich hilft, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.