Weihnachtsgebäck im Spätsommer? Mehrheit sagt nein
Lebkuchen, Spekulatius und Dominosteine finden sich schon Ende August in den Supermarktregalen – für viele Verbraucher ein bisschen zu früh. Die Zahlen von YouGov zeigen, wann die klassische Weihnachtsnascherei wirklich gefragt ist.
Wer in den vergangenen Wochen durch die Supermarktgänge geschlendert ist, kennt das: Plötzlich türmen sich Lebkuchen, Spekulatius und Dominosteine neben Grillwürsten und Zwetschgen – und man fragt sich unwillkürlich: »Ist das nicht etwas früh?« Genau dieses Gefühl teilen die meisten Deutschen. Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov lehnt eine klare Mehrheit von 73 Prozent die frühe Platzierung von Weihnachtsgebäck ab – Frauen noch etwas deutlicher als Männer (75 vs. 70 Prozent).
Beim tatsächlichen Kauf zeigt sich ein klarer Fokus auf die klassischen Weihnachtsmonate: 45 Prozent greifen ab November zu, 20 Prozent erst ab Dezember. Oktober ist für 15 Prozent relevant, September für fünf und August nur für vier Prozent der Verbraucher. Neun Prozent kaufen generell kein Weihnachtsgebäck.
Auch die Zahlen des YouGov Shopper Panels bestätigen diese Tendenz: November und Dezember bleiben die umsatz- und absatzstärksten Monate. 2024 wurden im November 177 Millionen Packungen verkauft, im Dezember 159 Millionen. Im Vergleich zu 2019 stieg der Absatz im November um 7,5 Prozent, im Dezember um 2 Prozent. Gegenüber 2021 zeigt sich allerdings ein Rückgang: minus 2,9 Prozent im November und minus 12 Prozent im Dezember – ein Hinweis darauf, dass die Käuferzahlen seit 2022 sinken.
Umsätze steigen trotzdem
Die Umsatzentwicklung verläuft dagegen positiv: Vor allem September und Oktober verzeichnen hohe Steigerungen gegenüber 2019 (+78,5 bzw. +89,2 Prozent), im November 2024 lag der Umsatz bei 477 Millionen Euro, im Dezember bei 368 Millionen.»Das Wachstum kommt vor allem durch höhere Preise zustande, nicht durch mehr Käufer«, erklärt Robert Kecskes, Senior Insights Director bei YouGov.
Klassisches Weihnachtsgebäck dominiert weiterhin: Lebkuchen führen die Beliebtheitsskala mit 50 Prozent an, gefolgt von Spekulatius (42 Prozent) und Plätzchen (36 Prozent). Dominosteine (30 Prozent) und Stollen (29 Prozent) liegen knapp dahinter. Exoten wie Zimtsterne (19 Prozent) oder Printen (8 Prozent) spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Interessant: Beim Lebkuchen gehen Käuferreichweite und Absatz seit 2019 zurück, während die Umsätze steigen – ein klarer Hinweis darauf, dass höhere Preise den Rückgang in Menge und Reichweite kompensieren.