»Wir machen kein Chichi am Teller«: Lukas Mraz ist »Koch des Jahres 2025«
Lukas Mraz ist ein Koch, der die Grenzen zwischen Küche und Kunst stetig neu auslotet. Ein Blick hinter die Kulissen bei »Mraz & Sohn«.
Überall ist von den Herausforderungen zu lesen, die angesichts veränderter Konsumgewohnheiten und einer neuen Generation von Genießern aufs Fine Dining zukommen. Und es gibt wohl kaum einen Koch, der diesen Herausforderungen mit mehr großartigen Ideen, mehr Witz und Schlagfertigkeit bei gleichzeitig makelloser Technik und großartiger Kreativität auf dem Teller zu begegnen wüsste als der junge Mann mit dem Rauschebart, Lukas Mraz vom »Mraz & Sohn«.
»Durch Limitation kreativer werden«
Für internationale Gourmets gilt ein Tisch bei »Mraz & Sohn« längst als eine der heißesten Commodities in Wien – und ganz speziell jener in der Küche mit freiem Blick auf das Geschehen am Herd. Das, was Lukas Mraz und sein Vater Markus auf der äußeren Wallensteinstraße, also einem sonst eher nicht für Raffinesse und Erlesenes bekannten Viertel der Stadt, an Herrlichkeiten auftischen, hat längst international für Aufsehen gesorgt. Hier wird mit Finesse und Großzügigkeit gekocht, mit großer Klasse – aber ohne Rücksicht auf überkommene Ideen von Luxus und Fine Dining. Ein Abend bei »Mraz & Sohn« hat stets auch ein überraschendes, manchmal auch ein abenteuerliches Element. Das Menü ist ständig in Bewegung, nicht statisch auf die Exekution erprobter Klassiker fokussiert – schon allein, weil es Lukas Mraz ansonsten »schnell zu fad« würde. Auch der balkanischen und türkischen Nachbarschaft wird die Reverenz erwiesen – mit einer genialen Interpretation von Lahmacun bis zum türkischen Kaffee, dessen Zubereitung besonders charmant bei Tisch zelebriert wird. Lukas Mraz ist nicht zufällig mit der jungen Avantgarde der Wiener Kunstwelt auf Du und Du. Er ist selbst ein Koch, der die Grenzen zwischen Küche und Kunst stetig neu auslotet – und dabei mindestens so viel Spaß hat, wie er uns damit bereitet.