Rössli Feutersoey-Gstaad
Frischer Wind und marktfrische Produkte – diesem Slogan bleibt die Rössli-Crew treu. Gekocht wird mit saisongerechten und hausgemachten Zutaten. Die Gerichte sind so abwechslungsreich und die Teller so wunderschön angerichtet, dass man hier immer wieder einkehren will.
Eines schon mal vorweg: Jetzt kommt es zur reinsten Lobhudelei. Der Besuch im «Rössli» in Feutersoey: eine Wohltat von A bis Z. Kurz vor der Hochsaison findet man hier relativ spontan noch einen freien Tisch, danach wird’s schwierig. Von Sabine Köll herzlich empfangen, geht es zu Tisch. Dunkles Holz dominiert, heimeliges Wohlfühlambiente. Die Gastgeberin präsentiert die Tagesspezialitäten so gut, dass der Entscheid auf diese fällt. Und auf einen Nüsslisalat zum Start. Dieser sei speziell erwähnt, weil hier die Produktqualität auffällt, die sich durch den ganzen Abend zieht: Die kleinen, kompakten, knackigen Nüssliblätter sind mit dem oft servierten Durchschnitt nicht zu vergleichen. Weiter mit dem wachsweichen Ei, versteckt unter Kartoffelespuma und Spinat. Darüber ganz viel weisser Trüffel. Schlicht und doch edel, herrlich schlotzig, kein Schnickschnack. Dazu passt der Pinot Noir Auvernier 2020 von La Maison Carrée. Dann die hausgemachten Langustinenravioli an Hummersauce: Der Teig ist dünn, aber nicht zu dünn, das Langustinenfleisch wird von der Sauce unterstützt, zeigt sich aber auch allein angenehm nussig-würzig. Zum Hauptgang das Filet vom St. Pierre, französischer Wildfang, an Sauce vierge. Kräftig, glasig, delikat. Dazu Kartoffelpüree und saisonales Gemüse. Ganz offensichtlich schenkt Küchenchef Simon Richard jedem Gemüse seine Aufmerksamkeit, sodass alles wunderbar gar und doch mit dem richtigen Biss auf dem Teller landet. Selbiges lässt sich übers Dessert sagen: Apfeltarte mit Vanilleglace, Doppelrahm und schön säuerlichem Apfelmus – das Handwerk sitzt, die Liebe für tolle Zutaten ist unübersehbar.