Slow-Food-Pionier Carlo Petrini im Alter von 76 Jahren verstorben
Carlo Petrini, der Gründer von Slow-Food-Bewegung und eine zentrale Figur der zeitgenössischen gastronomischen Kultur, ist am Abend des 21. Mai in seinem Haus in Bra verstorben. Er wurde 76 Jahre alt.
Geboren 1949 in Bra, begann Petrini seinen Weg im kulturellen und politischen Vereinswesen, bevor er 1986 Slow Food gründete: eine Bewegung, die als Antwort auf die Vereinheitlichung des Geschmacks und die Verbreitung des Fast Food entstand. Was zunächst wie eine kulturelle Provokation wirkte, hat sich zu einem globalen Netzwerk entwickelt, das heute in über 150 Ländern vertreten ist und sich für den Schutz der Biodiversität, der lokalen Erzeugnisse und der gastronomischen Traditionen einsetzt. Carlo Petrini war eine der einflussreichsten internationalen Stimmen in der Debatte über Ernährung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. Die Bewegung verbindet Bäuerinnen und Bauern, Köchinnen und Köche, Forschende und Konsumentinnen und Konsumenten auf allen Kontinenten.
Starke Stimme des echten Geschmacks
Im Laufe seiner Karriere rief Petrini Projekte ins Leben, die zu internationalen Bezugspunkten geworden sind: darunter Terra Madre, das große Netzwerk der Lebensmittelgemeinschaften, und die 2004 gegründete Universität für Gastronomische Wissenschaften in Pollenzo. Über Bücher, Vorträge und Initiativen vor Ort hat Petrini dazu beigetragen, den Begriff der Gastronomie selbst neu zu definieren und ihn mit Nachhaltigkeit, Ethik und verantwortungsvoller Landwirtschaft zu verknüpfen.
Die Nachricht von seinem Tod hat im politischen, landwirtschaftlichen und gastronomischen Umfeld unmittelbar tiefe Anteilnahme ausgelöst. »Slow Food« gedenkt ihm als «einen Mann, der eine Intuition in eine weltweite Bewegung zu verwandeln wusste».
Falstaff ist in Gedanken bei der Familie des Verstorbenen.