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© Shutterstock/Symbolbild/Mykolal Mykolal

»Beef Wellington« wird nach Pilzmord zum Gruselgericht

Australien
Rezept
Pilze

In Australien geht die »Pilz-Mörderin« Erin Patterson gerade gegen ihre Verurteilung in Berufung. Sie soll mehrere Familienmitglieder mit einem »Beef Wellington«, in dem giftige Pilze waren, getötet haben. Der Fall nimmt auch eine unerwartete Wendung: Vielen ist die Lust auf das Wintergericht vergangen.

Es war, als hätte Agatha Christie einen eigenen Kriminalroman für die Australier:innen geschrieben: Der Fall der »Pilz-Mörderin« Erin Patterson beschäftigte die Menschen Down Under monatelang. Sogar ein Buch mit dem Titel «Recipe for Murder« gibt es bereits zu dem Kriminalfall, weitere sollen noch folgen.

Am 29. Juli 2023 lud Patterson ihre Verwandten zum Mittagessen ein. Serviert wurde: Beef Wellington mit Pilzen. Kurz nach dem Essen mussten alle vier Gäste mit Verdacht auf Gastroenteritis ins Krankenhaus eingeliefert werden. Patterson selbst lehnte eine Aufnahme ins Krankenhaus ab.

Von den vier Gästen, die an dem Mittagessen teilnahmen, lebt mittlerweile nur noch eine Person. Patterson soll drei Verwandte – ihre Schwiegereltern und ihre Tante – mit giftigen Pilzen getötet haben, die sie in das Wellington einarbeitete. Sie starben mehrere Tage nach dem gemeinsamen Essen im Krankenhaus.

Woher sie die tödlichen Pilze hatte, ist unklar. Laut Berichten sollen Knollenblätterpilze in der Nähe ihres Hauses gewachsen sein. Es kann jedoch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob sie die tödlichen Pilze von dort hatte. Einen Dörrautomat soll sie kurz vor der Einladung entsorgt haben, laut ihren Angaben hatte sie die Pilze für das Gericht aus einem Asia-Shop. 

Während des elf Wochen andauernden Prozesses beteuerte sie mehrmals ihre Unschuld und erklärte, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Mittlerweile ist Patterson zu 33 Jahren Haft verurteilt worden. Aktuell legt sie Berufung gegen das Urteil ein.

Pilz mit prominenter Opferliste

Die Familie aus Australien ist nicht das erste Opfer des Knollenblätterpilzes. Schon Kaiser Karl VI. erlag einer Vergiftung durch den Pilz. Auch Papst Clemens VII. und die Zarin Natalja Naryschkina sind unter verdächtigen Umständen gestorben, die heute sehr an Symptome, ausgelöst durch den Knollenblätterpilz, erinnern.

Das tückische an dem Pilz: Seine Wirkung tritt erst acht bis zwölf Stunden nach dem Verzehr auf. Damit ist das Auspumpen des Magens nichtig, es würde keine Hilfe mehr bringen. In wenigen Fällen soll eine Lebertransplantation geholfen haben. Der Gift ist so pilzig, dass schon ein einziges Schwammerl reicht, um einen Erwachsenen zu töten. Weiters ist der toxische Wirkstoff, das Amatoxin Amanitin, hitzestabil, das heißt, dass er auch nach dem Kochen noch giftig ist.

Der Pilz ist ursprünglich aus Europa. Mittlerweile ist er aber weltweit anzufinden, eben auch in Australien und Neuseeland.

Fauxpas der New York Times?

»Dieses Rezept ist die Liebesmühe definitiv wert!«, schreibt die New York Times (NYT) auf Facebook über das vegetarische »Beef Wellington«-Rezept. Die Hauptzutat? Pilze.

Und genau damit ist der Zeitung ein Fauxpas passiert, der besonders australische Leser:innen zu Häme verleitet.

Nachdem die NYT das Rezept auf Facebook geteilt hat, sparen die australischen User:innen nicht mit bissigen Kommentaren. »Der kann niemals so gut sein wie der von Erin – der war zum Sterben gut«, schreibt etwa eine Userin. Ein anderer Nutzer schreibt: »Wenn dich dein Ex zum Essen einlädt und dieses Gericht serviert – lauf!« Ein anderer Nutzer warnt vor dem Genuss des Strudels zur Vorsicht: »Vergewissere dich nur, dass der nicht von Erin gekocht wurde«, während eine andere Userin den Text der NYT verspottet: »Zwei Thanksgiving nacheinander? Ich glaube, dieses Gericht isst man nur einmal.«

Ob das NYT-Posting Zufall oder mit morbider Absicht gepostet wurde, ist unklar. Sie sind aber die Einzigen, die kurz vor den Weihnachtsfeiertagen den winterlichen Klassiker ins Rampenlicht rücken. Auch die britische Supermarktkette »Waitrose« hat einen fleischfreien Pilz-Wellington im Sortiment.

Doch was macht das mit dem Gericht? Denn beim Überfliegen der Kommentare unter der Berichterstattung bekommt man den Eindruck: Wirklich Lust hat diesen Winter kaum wer auf das Feiertagsgericht. Zu frisch noch die Erinnerung an den heimtückischen Mord an der australischen Familie.

Redaktion
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