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Deutsche Weinernte 2025 fällt schwächer aus als erwartet

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Weniger Trauben, mehr Charakter: Die deutsche Weinernte 2025 fällt kleiner aus als erwartet – doch Winzerinnen und Winzer blicken zuversichtlich auf einen Jahrgang, der zeigen könnte, dass Qualität nicht von der Menge abhängt.

Ein zu warmer Sommer, gefolgt von heftigen Regenfällen im September – die Weinernte 2025 hat Winzerinnen und Winzer in ganz Deutschland auf eine Geduldsprobe gestellt. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) fällt die Erntemenge in diesem Jahr deutlich geringer aus als zunächst erwartet. Statt der vom Statistischen Bundesamt prognostizierten 8,2 Millionen Hektoliter liegt das Ergebnis nun bei weniger als acht Millionen – rund zehn Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

»Durch die sehr frühe Lese war die Saftausbeute nicht so hoch und die Beeren blieben insgesamt etwas kleiner«, erklärt DWI-Sprecher Ernst Büscher der Deutschen Presseagentur (dpa). Als dann Mitte September stellenweise über 100 Liter Regen pro Quadratmeter fielen, mussten viele Betriebe rasch reagieren und zahlreiche Trauben aussortieren. Das Ergebnis: eine geringere Menge als zu Beginn der Lese angenommen.

Pfalz und Rheinhessen bleiben Spitzenreiter

Wie in den Vorjahren stammen mehr als die Hälfte aller deutschen Trauben aus Rheinhessen und der Pfalz. In Rheinhessen wurden rund 2,2 Millionen Hektoliter Most erwartet, in der Pfalz knapp zwei Millionen. Ein weiteres Viertel entfällt auf Baden und Württemberg. Der Anteil an Weißmost bleibt mit rund 69 Prozent dominant – vor allem in klassischen Weißweinregionen wie Mosel, Rheingau und Franken.

Während das Statistische Bundesamt (Destatis) im September noch von einer leichten Steigerung gegenüber dem Vorjahr ausgegangen war, zeigen die nun vorliegenden Zahlen, wie stark Witterung und Lesezeitpunkt die Prognosen beeinflussen. Destatis weist regelmäßig darauf hin, dass Schätzungen aufgrund des wechselhaften Vegetationsverlaufs naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet sind.

Weltweit rückläufige Weinproduktion

Auch international setzt sich der Trend fort: Laut der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) fiel die weltweite Produktion 2024 mit 225,8 Millionen Hektolitern auf den niedrigsten Stand seit über 60 Jahren. Extremwetter, Schädlingsbefall und ein rückläufiger Weinkonsum sorgen in vielen Ländern für sinkende Erträge. Trotz des geringeren Volumens blickt das Deutsche Weininstitut aber positiv auf den hiesigen neuen Jahrgang. Die Qualität der Trauben sei insgesamt sehr gut und vielversprechend.


Redaktion
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