Dresden: Fünf neue Meisterwerke für das Deutsche Archiv der Kulinarik
Spitzenküche fürs Archiv: Am Montagabend wurden fünf Signature-Dishes von Christian Bau, Nils Henkel, Jörg Müller, Andreas Rieger und Erich Schwingshackl im Deutschen Archiv der Kulinarik für die Nachwelt verewigt.
Das Deutsche Archiv der Kulinarik wächst weiter: In der SLUB Dresden wurden die neuesten Geschmacksdokumentationen von fünf Spitzenköchen feierlich aufgenommen. Christian Bau, Nils Henkel, Jörg Müller, Andreas Rieger und Erich Schwingshackl präsentierten ihre Kreationen am 24. November beim Diner im Dresdner Bülow Palais, bevor die Gerichte endgültig in die Sammlung des Archivs eingehen. Damit umfasst die Sammlung inzwischen 15 herausragende Werke aus der aktuellen Kochkunst – von traditionell bis avantgardistisch – und sichert diese für künftige Generationen.
Von der geschmorten Aubergine bis zum Schweinsbraten – die Kreationen der ausgezeichneten Köche zeigen exemplarisch, wie vielfältig und innovativ die deutsche Spitzenküche heute ist. Gourmetkritiker Jürgen Dollase hat die Gerichte detailliert dokumentiert: Step-by-step-Anleitungen, Degustationsnotizen, Vergleiche zu internationalen Kochtraditionen und Interviews mit den Köchen bilden nun die Grundlage für eine präzise Rekonstruktion dieser Gerichte – wissenschaftlich fundiert und für die Nachwelt nachvollziehbar.
»Spitzenleistung deutscher Köche«
»Die Geschmacksdokumentationen sind eine große Bereicherung für die Wissenschaft«, sagt Katrin Stump, Generaldirektorin der SLUB Dresden. »Sie bieten einen einzigartigen Einblick in die deutsche Kulinarik des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Mit Christian Bau ehren wir zudem einen der bedeutendsten Köche unserer Zeit, der seit 20 Jahren ununterbrochen mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist.«
Auch Prof. Ursula Staudinger, Rektorin der TU Dresden, unterstreicht die Bedeutung: »Kulinarik ist mehr als Geschmack – sie ist physiologisch, kulturell und autobiografisch geprägt. Die neuen Aufnahmen dokumentieren die Vielfalt und Lebendigkeit unserer Kochkunst.«
Jürgen Dollase hebt die Bandbreite der prämierten Kreationen hervor: »Von klassischer deutscher Küche über französische Techniken bis zu modernen und avantgardistischen Interpretationen – diese fünf Gerichte spiegeln die Spitzenleistung deutscher Köche wider. Nils Henkel als kreativster Gemüsekoch, Jörg Müller als Meister klassischer Küche, Erich Schwingshackl mit traditionell verwurzelten Geschmackskulturen, Andreas Rieger als radikaler Neuerer und Christian Bau mit seinem einzigartigen kulinarischen Kosmos – sie alle setzen Maßstäbe.«
Bedeutendste kulinarische Sammlung Deutschlands
Die Auszeichnung umfasst neben Urkunden auch eigens gestaltete Porzellan-Statuetten der Berliner Designerin Stefanie Hering, die den Gerichten eine dauerhafte Bühne verleihen. Hering: »Die hohe Kunst des Kochens verdient einen ebenso einzigartigen Rahmen. Die Statuetten sind ein Symbol für die Wertschätzung dieser Meisterwerke.«
Das Archiv, 2022 von der TU Dresden und der SLUB gegründet, zählt mittlerweile zu den bedeutendsten kulinarischen Sammlungen Deutschlands. Neben Handschriften, Büchern, Menükarten und Fotografien umfasst es auch audiovisuelle Medien. Sammlungen von Größen wie Eckart Witzigmann, Wolfram Siebeck oder Walter Putz bilden die Grundlage für die interdisziplinäre Forschung rund um Kochkunst, Tafelkultur und Ernährung. Die TU Dresden und die SLUB Dresden beleben das Archiv durch Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen und machen es so zu einem zentralen Ort für Forschung, Lehre und Wissenstransfer.