Lafers Weg weit weg vom Fleisch
Wenn ein ehemaliger Sternekoch auf Fleisch verzichtet, lässt das erst einmal aufhorchen. Mit der Gesundheit ist nicht zu spaßen – Lafer hat gute Gründe für seine Entscheidung.
In der Welt des Kochens hat sich Johann Lafer einen Namen gemacht – ein Mann, der die Kunst des Kochens zelebriert und sich nicht nur in zahlreichen Fernsehformaten wie "Lafer! Lichter! Lecker!" einen Platz in den Herzen der Zuschauer:innen erobert hat. Hinter den glanzvollen Fernsehauftritten verbirgt sich eine Veränderung, die sowohl seine kulinarische Philosophie als auch sein Wohlbefinden transformiert hat.
Arthrose und ein mühsamer Heilungsprozess
Eine Wendung, die nicht nur auf seine Geschmacksknospen, sondern vor allem auf seine Gesundheit abzielt. Lafer enthüllt, dass gesundheitliche Herausforderungen den Anstoß für diese Veränderung gaben. Im Jahr 2015 sah er sich aufgrund von starker Arthrose gezwungen, sich einer Knieoperation zu unterziehen. Der mühsame Heilungsprozess nach dieser Operation führte ihn zu einer Erkenntnis: Die Wahrung seiner Gesundheit erfordert einen neuen Ansatz in Bezug auf seine Essgewohnheiten.
»Wenn Fleisch, dann etwas Besonderes«
»Wenn ich heute Fleisch esse, dann muss es ein ganz besonderes sein und dann auch nur in kleiner Menge und zu besonderen Anlässen. Ähnlich mache ich es mit anderen tierischen Produkten«, erklärt Lafer in einem Gespräch mit der APA, während er die subtile Veränderung in seinem Essverhalten beschreibt. Diese Umstellung war zweifellos eine Herausforderung für den renommierten Koch, der es gewohnt war, Fleisch in seinen Kreationen in den Vordergrund zu stellen. »Ich hatte immer das Zitat von Horst Lichter im Kopf ›Ein Steak unter 400 Gramm ist Carpaccio‹«, gesteht er rückblickend. Dennoch führte die Einsicht in die gesundheitlichen Vorteile dazu, dass er nun bewusst auf Fleisch verzichtet.
Lafer und ein Lob auf fleischlose Küche?
Um diese Neuorientierung zu unterstützen, fand Lafer Unterstützung von unerwarteter Seite – dem Spitzensport. Während seiner Tätigkeit als Betreuer der weltbesten Tennisspieler beim Shanghai Masters erkannte er die positiven Auswirkungen einer pflanzlichen Ernährung auf die Leistungsfähigkeit. »Offensichtlich wissen diese Spieler aus Erfahrung, bei welcher Ernährung sie am leistungsstärksten sind«, reflektiert Lafer und unterstreicht damit die Rolle einer ausgewogenen Ernährung im sportlichen Umfeld.
In Zusammenarbeit mit der Ernährungsmedizinerin Petra Bracht und dem Schmerzspezialisten Roland Liebscher-Bracht veröffentlichte er kürzlich das Kochbuch »Essen gegen Schmerzen. Das Kochbuch«. Der Wandel von einem Starkoch mit fleischlastiger Küche zu einem Befürworter bewusster (und vegetarischer, bzw. veganer) Ernährung zeigt, dass selbst kulinarische Ikonen bereit sind, neue Wege einzuschlagen, für einen bewussten und nachhaltigen Lebensstil – zu dem nicht zwangsweise immer Fleisch gehören muss.
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