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So verhalten sich gute Gäste

Abendessen
Geschenktipp
Wein

Schuhe anlassen oder ausziehen? Teller abräumen oder stehen lassen? Und muss man immer ein Geschenk bringen? Ein guter Gast zu sein, ist nicht immer einfach. Falstaff zeigt, wie's geht.

Es gibt eine Kunst des Gast-Gebens, die oft gepriesen wird. Doch was ist mit der Kunst des Gast-Seins? Mit ein wenig Stil und einem Hauch Savoir-vivre gelingt sie mühelos.

Pünktlich, aber nicht zu pünktlich

In der Welt der Kulinarik mag Präzision alles sein – in der Welt des gesellschaftlichen Lebens ist sie das nicht. Gute Gäste wissen, dass es eine goldene Regel der Pünktlichkeit gibt: weder zu früh noch zu spät kommen. Ein paar Minuten nach der angegebenen Zeit sind ideal, um den Gastgeber:innen die letzte Vorbereitungshektik zu ersparen. Denn niemand möchte Gäste empfangen, während er oder sie noch das Dessert zubereitet.

Das perfekte Mitbringsel: klein, aber fein

Mit leeren Händen zu erscheinen, ist ebenso verpönt wie überdimensionierte Geschenke. Die perfekte Gabe ist eine, die die Gastgeber:innen nicht in Verlegenheit bringt. Eine erlesene Flasche Wein, feine Pralinen oder ein kleiner Blumenstrauss – geschmackvoll und dezent. Auch ein kleines persönliches Geschenk ist passend, ohne dabei übertrieben aufwendig zu wirken.

Schuhe anlassen oder nicht? Die ewige Frage

Während das Ablegen der Schuhe vor dem Betreten eines Raums in Ländern wie Japan oder Thailand beinahe obligatorisch ist, gibt es in vielen westlichen Haushalten keine Regeln. Ob man die Schuhe anlassen darf, entscheiden allein die Gastgeber:innen. Deshalb bestenfalls die Gastgeber:innen beobachten: Tragen sie auch Schuhe? Oder Finken? Stehen schon Schuhe von anderen Gästen im Flur? Im Zweifelsfall höflich nachfragen.

Zeit für eine «Zigi»: Darf man hier rauchen?

Auch bei sommerlichen Temperaturen und gemütlichen Stunden auf dem Balkon oder im Garten sollte man die Gastgeber:innen aus Höflichkeit fragen, ob man dort rauchen darf. Insbesondere dann, wenn diese selbst nicht rauchen.

Der höfliche Rückzug: das richtige Timing finden

Bei guten Gastgeber:innen bleiben die Gäste gerne sitzen. Doch jeder Besuch hat auch ein Ende. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt: Ein subtiler Hinweis darauf, dass es an der Zeit ist zu gehen, könnte sein, dass die Gastgeber:innen gähnen oder anfangen, Gläser in die Spülmaschine zu räumen. Gute Gäste erkennen diese Zeichen und verabschieden sich mit charmanter Leichtigkeit. Mutige können auch direkt fragen, ob sie langsam gehen sollen – das ist völlig in Ordnung.

Wer übernachtet, erwidert den Gefallen

Eine Übernachtung bei Freund:innen ist mehr als nur eine bequeme Lösung nach einer langen Feier oder einem Besuch in einer fremden Stadt – es ist ein Ausdruck von Vertrauen und Gastfreundschaft. Wer bei Freund:innen übernachtet, sollte ihnen zweifelsohne anbieten, diesen Gefallen zu erwidern. Auch wenn die Einladung nicht sofort angenommen wird, macht allein das Angebot einen positiven Eindruck und zeigt, dass man die Gastfreundschaft zu schätzen weiss. Ausserdem kann man sich während des Aufenthalts auch nützlich machen, indem man zum Beispiel morgens Kaffee kocht, Frühstück einkauft oder die Spülmaschine vom Vorabend ausräumt.

Dankbarkeit ausdrücken

Ein einfaches «Danke» mag in der modernen, schnelllebigen Welt genügen, doch wahre Gastfreundschaft verlangt nach einer gehaltvolleren Anerkennung. Ein handgeschriebener Dankesbrief mag heute als nostalgisch gelten, doch genau dieser Charme verleiht ihm eine persönliche Note, die bestimmt in Erinnerung bleibt. Wenn die Zeit drängt, tut es auch eine liebevoll formulierte Nachricht am nächsten Tag – Hauptsache, der Dank ist aufrichtig und herzlich.

Die Welt der feinen Gesellschaft kann manchmal knifflig sein, aber mit diesen Tipps wird jeder Abend ein Genuss – für Gastgeber:innen und Gäste gleichermassen.


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Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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