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Starbucks führt neuen recycelbaren Kaffeebecher in Europa ein

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Kaffee
Nachhaltigkeit

Plastik ade: Starbucks ersetzt die bisherige Kunststoffauskleidung seiner Einwegbecher durch eine Mineralbeschichtung. Kund:innen können den Becher entweder im Altpapier entsorgen oder zu Hause kompostieren.

Weitgehend unbemerkt hat Starbucks in den letzten Wochen einen neuen Kaffeebecher in Europa eingeführt. Der ikonische weisse Coffee-to-go-Becher mit dem dunkelgrünen Logo erhält ein umweltfreundliches Update. Statt auf die Kunststoffbeschichtung setzt Starbucks auf eine mineralische Beschichtung.

Optisch bleibt alles beim Alten: Der neue Becher ist kaum vom bisherigen zu unterscheiden. Doch unter der Oberfläche wurde alles neu gedacht. Gemeinsam mit den Partnern Transcend Packaging (Wales), Qwarzo (Italien) und Metsä Board (Finnland) hat Starbucks ein Produkt entwickelt, das sowohl zuhause kompostierbar als auch recycelbar ist.

Der Rollout erfolgt schrittweise: Bis Oktober soll das neue Modell in zehn Ländern, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, flächendeckend eingeführt werden. Weitere Märkte in Osteuropa sollen folgen.

«Ein Meilenstein»

«Das neue Becherdesign ist ein Meilenstein», sagt Adam Turner, Director Sustainability, Social Impact & ESG bei Starbucks EMEA. «Wir haben intensiv daran gearbeitet, eine Lösung zu finden, die sowohl für unsere Gäste als auch für unsere Partnerinnen und Partner funktioniert – ohne Kompromisse beim Erlebnis und mit klarem Nachhaltigkeitsgewinn.»

Auf die Frage, warum Starbucks nicht auf Biokunststoff gesetzt hat, antwortet Turner klar: «Bio-Polymere mögen pflanzenbasiert sein, sind aber für die Natur immer noch schwer abbaubare Kunststoffe. Sie sind in der Regel weder heimkompostierbar noch besonders recyclingfreundlich.» Die gewählte mineralische Beschichtung hingegen sei vollständig lebensmitteltauglich, heimkompostierbar und mit bestehenden Recyclingstrukturen kompatibel.

Herausfordernde Recyclinglandschaft

Ein zentrales Problem bei Einwegbechern war bisher die unzureichende Recyclinginfrastruktur. In vielen Regionen Europas fehlt es an Anlagen, die Papier und Kunststoff zuverlässig trennen können. Der neue Starbucks-Becher umgeht diese Hürde, da er sortenrein entsorgt werden kann. Er besteht nämlich aus Frischfaserpapier von Metsä Board. Die Fasern stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

Die neuen Becher von Starbucks können im Altpapier entsorgt werden.
© Shutterstock (Symbolbild)
Die neuen Becher von Starbucks können im Altpapier entsorgt werden.

«Gerade in Ländern wie Deutschland, der Schweiz oder Österreich ist eine Entsorgung über die Altpapiertonne oder den heimischen Kompost realistisch», erklärt Turner. «In Zusammenarbeit mit Veolia testen wir derzeit europaweit, wie gut die Integration in bestehende Abfallsysteme funktioniert.» Das Ziel sei eine skalierbare Lösung, die in ganz Europa anwendbar ist. Denn die Abfallinfrastrukturen unterscheiden sich europaweit teils massiv.

Mehr Optionen für Kundschaft

Ein QR-Code auf dem Becher, digitale Displays in den Filialen und klare Piktogramme sollen Kundinnen und Kunden transparent informieren, wie der neue Becher korrekt entsorgt wird. «Wir müssen sicherstellen, dass die Botschaft ankommt: Am besten mitnehmen und zu Hause kompostieren oder über die Altpapiertonne entsorgen – beides ist möglich», so Turner.

Falstaff sprach mit Adam Turner, Director Sustainability, Social Impact & ESG bei Starbucks EMEA.
Foto beigestellt
Falstaff sprach mit Adam Turner, Director Sustainability, Social Impact & ESG bei Starbucks EMEA.

Wird die Verantwortung fürs Recyceln und korrekt Entsorgen so nicht auf die Kund:innen abgeschoben? Das sei nicht das Ziel, betont Turner. Vielmehr möchte Starbucks seinen Kund:innen mit dem neuen Becher eine weitere Option bieten.

Der Launch des neuen Bechers bedeutet keine Abkehr vom Mehrwegprinzip. Starbucks verfolgt weiterhin seine «reusables first»-Strategie: Wer den eigenen Becher mitbringt, spart (in der Schweiz aktuell 80 Rappen pro Getränk). Für alle anderen bietet der neue Becher eine ressourcenschonende und zeitgemässe Alternative.


 

Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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