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Der Hot Toddy ist der perfekte Drink für kalte Herbst- und Wintertage.

Der Hot Toddy ist der perfekte Drink für kalte Herbst- und Wintertage.
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Von Snobs und Schniefnasen: die Geschichte des Hot Toddy

Der Hot Toddy ist der kuschelige Pullover unter den Cocktails: gemütlich, wärmend und perfekt für kalte Winterabende. Doch das allein erklärt nicht, warum man ihn früher sogar Kindern eingeflößt hat.

Im frühen 19. Jahrhundert war man in Sachen Jugendschutz zwar nicht sonderlich zimperlich, doch das Wohlbefinden der lieben Kleinen lag dem ein oder anderen dann doch am Herzen. Das beweist auch ein Artikel aus der Burlington Free Press aus dem Jahre 1837, in der Hausmittel zu Bekämpfung von Erkältungen vorgestellt werden. Darin ergeht der vielsagende Rat: »Wenn Ihr Kind Schnupfen hat, oder rote Augen, brauchen Sie keinen Arzt zu rufen. Jeder kann eine Erkältung behandeln. Versorgen Sie es mit stimulierenden Heißgetränken, am besten dem Toddy«. Was aber ist ein Toddy genau und warum lässt uns dieser Winterdrink bis heute nicht los?

Ursprung? Irgendwo zwischen Schottland und Indien…

Die Herkunft des »Hot Toddy« verliert sich irgendwo zwischen Schottland und Indien. Der Begriff »Toddy« stammt ursprünglich vom Subkontinent und bezeichnete dort ein fermentiertes Getränk aus Palmensaft. Britische Kolonialherren genossen dieses, mit heißem Wasser aufgegossen, zur Behandlung leichter Krankheiten und sie waren es möglicherweise auch, die den Begriff nach Europa brachten, wo er bald synonym für warme, alkoholische Mixturen verwendet wurde. Es ist aber auch möglich, dass der Begriff »Hot Toddy« vom irischen Arzt Dr. Robert Bentley Todd stammt, der Mitte des 19. Jahrhunderts eine wärmende Mixtur aus Brandy, heißem Wasser, Canella (weißer Zimt) und Zucker zu verschreiben pflegte. Doch schon im 18. Jahrhundert sollen schottische Ärzte, für die natürlich ihr geliebter Scotch einem Allheilmittel recht nahekam, diesen mit diversen Zusätzen versüßt und mit Wasser verdünnt als Arznei propagiert haben. Zudem gibt in Edinburgh die »Tod‘s Well«, aus der das benötigte Wasser gekommen sein könnte. Welche dieser Geschichten man beim Genuss eines »Hot Toddys« erzählt, bleibt aber jedem selbst überlassen, denn es am Ende lasst sich die Herkunft des Namens »Hot Toddy« nicht mehr final klären.

Medizin oder Genussmittel für Wohlhabende?

Wesentlich sicherer ist, dass der »Hot Toddy« lange als Heilmittel gegen Erkältungen und andere Wehwehchen angepriesen wurde. Der Drink aus warmem Wasser, Honig, Zitrone und einer variablen Spirituose hatte den Ruf, Schleimhäute zu beruhigen und das Immunsystem zu stärken. Welche Spirituose dabei in den Becher wanderte, war zunächst nicht weiter von Belang, geschweige denn festgeschrieben. Auf den britischen Inseln nahm man der Einfachheit halber vorrangig Whisky, in den USA waren es hingegen eher Rum oder auch Brandy. Erst später setzte sich der Bourbon als Grundlage durch. »Toddys« waren zudem früher eine eigene Cocktail-Kategorie, die eine Mischung aus Spirituose, Zucker und heißem oder kaltem Wasser beschrieb. Doch mit dieser Definition würden sie auch in die Kategorie der »Slings« passen. So beschreibt etwa Jerry Thomas 1887 seinen »Hot Sling« als Drink aus heißem Wasser, Zucker und Spirituose. Auch sein Signature-Drink »Blue Blazer« weist Ähnlichkeiten zur späteren »Hot Toddy«-Rezeptur auf. Ein »Blue Blazer« wird aus Scotch Whisky, kochendem Wasser, Zucker und Zitrone gemixt. Zunächst wird hierbei der Whisky entflammt, dann werden die Zutaten des Drinks zwischen zwei hitzebeständigen Behältnissen hin und her gegossen.

Dass ein »Toddy« zudem nicht nur als reine Medizin gesehen wurde, zeigt auch die Entwicklung eines speziellen Geschirrs, das auf die Zubereitung und das Servieren eines »Hot Toddy« ausgelegt ist. So wurde der Drink in einer Schale angesetzt und dann mit einem sogenannten »Lifter« herausgeschöpft. Dieses z.B. bei Cocktailkingdom erhältliche Gimmick ähnelt einer bauchigen Karaffe, an deren Boden sich ein kleines Loch befindet. Wird die Flasche in die Schale getaucht, füllt sie sich durch die untere Öffnung. Verschließt man dann den Flaschenhals mit dem Finger, lässt sich der Drink wie mit einer Pipette aus der Schale »liften«. Die Tatsache, dass diese »Lifter« und Geschirrsets teilweise sehr hochwertig verarbeitet waren, deutet auf eine recht wohlhabende Anwenderschicht hin. Hierfür spricht auch der Umstand, dass einige der verwendeten Zutaten, etwa Zitronen oder Zucker, damals als Überseeprodukte noch recht teuer waren.

Die drei goldenen Zutaten

Heute sieht man dieses Trinkritual leider nur noch sehr selten, doch an der Grundrezeptur eines »Hot Toddy« hat sich wenig geändert. Der klassische Drink besteht aus einer Spirituose, heißem Wasser und einer süßenden Komponente. In der Regel werden Whisky, Honig und Zitrone verwendet, doch die Möglichkeiten zur Variation sind schier endlos. Genau das macht den Drink so beliebt: Er lässt sich an jeden Geschmack und jede Stimmung anpassen, was diese drei Rezepte beweisen.

 

Drei Toddys zum Einheizen

Einer der klassischsten Winterdrinks ist der Hot Toddy. Dan seiner variablen Zutaten kann er bis heute begeistern.
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Der Klassische Hot Toddy

  • 5 cl Whisky
  • 10 cl heißes Wasser
  • 2,5 cl Honig
  • 1,5 cl Zitronensaft
  • 1 Zitronenscheibe
  • 3 Gewürznelken

Zubereitung:
Zutaten in ein hitzebeständiges Glas oder Becher geben, kochendes Wasser hinzufügen, umrühren und mit einer Zitronenscheibe garnieren. Je nach Geschmack können die Mengen an Zitronensaft, Honig und Nelken variiert werden.

 

Hot Toddy mit Rum und Gewürzen

  • 5 cl dunkler Rum
  • 15 cl heißes Wasser
  • 1 Teelöffel brauner Zucker
  • 1 Zimtstange, 2 Nelken und eine Scheibe Orange

Zubereitung:
Gewürze und Orange im heißen Wasser ziehen lassen, Rum und Zucker hinzufügen.

 

Apfelwein Toddy

  •  5 cl Whisky
  • 10 cl heißer Apfelwein
  • 1 cl Zitronensaft
  • 2 cl Honig
  • 1 Zimtstange
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 3 Gewürznelke

Zubereitung:

Heißen Apfelwein, Whisky und Zitronensaft in einen Becher geben und mit dem Honig verrühren. Dann Zimtstange, Cayennepfeffer und Nelke hinzufügen und kurz ziehen lassen.


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Alexander Thürer
Alexander Thürer
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