Was ist das Guillain-Barré-Syndrom?
In Peru wurde wegen GBS der Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das steckt dahinter.
Die peruanische Regierung hat aufgrund des ungewöhnlichen Anstiegs von Fällen einer sonst seltenen neurologischen Erkrankung einen Gesundheitsnotstand von drei Monaten ausgerufen. Seit Beginn des Jahres wurden in dem südamerikanischen Staat 182 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms (GBS) registriert, wie das Gesundheitsministerium am Samstag bekannt gab. Leider haben vier der Betroffenen nicht überlebt. 31 Patienten befinden sich weiterhin in Krankenhausbehandlung, während die restlichen 147 bereits entlassen wurden.
Die Behören in Peru meinen, dass eine genauere Beobachtung der Situation jetzt erforderlich ist. Bereits 2019 verzeichnete das Land eine größere Anzahl von GBS-Fällen. Von Mai bis Juli wurden damals 683 mutmaßliche oder bestätigte Fälle von GBS festgestellt, Zudem wurde 2013 und 2014 in Französisch-Polynesien ein Anstieg von GBS-Fällen nach einer Zika-Infektionswelle verzeichnet.
Was ist das für eine Krankheit?
Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene neurologische Störung, bei der das körpereigene Immunsystem irrtümlich die peripheren Nerven angreift. Dies führt zu einer schnell einsetzenden Muskelschwäche und in einigen Fällen zu Lähmungserscheinungen.
Die genaue Ursache des Guillain-Barré-Syndroms ist unbekannt, aber es wird oft durch eine Infektionskrankheit, wie zum Beispiel eine bakterielle oder virale Infektion, ausgelöst. Auch nach einer Impfung kann in sehr seltenen Fällen GBS auftreten.
Die Symptome entwickeln sich normalerweise schnell und können innerhalb von Stunden bis Tagen schwerwiegend werden. Sie beginnen in der Regel mit Kribbeln und Schwäche in den Beinen und können sich zu Muskelschwäche oder -lähmung ausbreiten. Zu den weiteren Symptomen gehören bisweilen Schwierigkeiten beim Gehen, Muskelkrämpfe und -schmerzen, Schwierigkeiten beim Schlucken, Doppelbilder oder Schwierigkeiten beim Bewegen der Augen. In schweren Fällen kann GBS die Atmung beeinträchtigen und lebensbedrohlich werden.
Die Diagnose wird in der Regel durch eine neurologische Untersuchung, eine Liquoruntersuchung und elektrophysiologische Tests, wie die Elektroneurografie, gestellt. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Immuntherapie und Physiotherapie, um die Symptome zu lindern und die Genesung zu unterstützen.
Die meisten Menschen erholen sich vollständig oder nahezu vollständig vom Guillain-Barré-Syndrom, aber einige können langfristige neurologische Schäden davontragen. Frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für eine gute Prognose. Trotz seiner Seltenheit ist das Guillain-Barré-Syndrom die häufigste Ursache für akute Lähmung weltweit. Daher ist es wichtig, über diese Erkrankung informiert zu sein und im Falle eines plötzlichen Auftretens der Symptome sofort medizinische Hilfe zu suchen.