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Symbolbild © Shutterstock

Weinbars in Paris sollen bewusst falsche Weine servieren

Weinbar
Paris

Einer Untersuchung zufolge, sollen einige Pariser Restaurants und Bars teure Weine, die von Kund:innen bestellt werden, durch billigere Versionen ersetzen, um ihre Gewinnspannen zu maximieren.

»Rempoter« (umfüllen) – so lautet der Begriff, den eine Kellnerin für die unorthodoxe Technik verwendet, den Wein, den der Gast bestellt hat, durch einen anderen, billigeren zu ersetzen.

Die französische Zeitung Le Parisien veröffentlichte einen Artikel, in dem anonyme Mitarbeiter:innen von Restaurants und Weinbars berichten, dass sie die bestellten Weine einiger Kund:innen durch billigere ausgetauscht hätten. Dem Bericht zufolge sollen die Kellner:innen in Pariser Bars, insbesondere in touristischen Gegenden, von ihren Vorgesetzen zu dem Betrug angewiesen worden sein, um ihre Gewinnspanne zu maximieren.

So soll ein Kellner im Gespräch mit Le Parisien zugegeben haben, übrig gebliebene Weine in eine Flasche für die Happy Hour zusammmen gefüllt zu haben, manchmal einen Bardolino durch Chianti zu ersetzen, der um einiges billiger ist oder Beaujolais, den manche Restaurantleiter tendenziell in zu großen Mengen zu kaufen, als Côtes-du-Rhône auszugeben. Ein anderer Kellner soll der Zeitung gestanden haben, dass außer der Stammgäste beinahe alle Kund:innen betrogen wurden. Nur ein einziges Mal soll ein Kunde den Betrug entdeckt haben: »Es war ein Sommelier«, so einer der Kellner.

Verdeckte Untersuchung mit Sommeliers

Die Zeitung Le Parisien führte daraufhin eine verdeckte Untersuchung durch, um die Behauptungen zu überprüfen: Ein Journalist und ehemaliger Sommelier und eine Sommelière und Weinhändlerin gaben sich im Abstand von mehreren Tagen als englischsprachige Tourist:innen aus, um herauszufinden, ob bei Weinbestellungen wirklich getrickst wird. Und tatsächlich: Jedes Mal erkannten die beiden einen anderen Wein als den, den sie bestellt hatten. In einem Lokal hätten sie beispielsweise ein 8,50 Euro teures Glas Chablis bestellt, das die Eigenschaften eines Sauvignon Blanc gehabt hätte, in einem anderen wurde ein 7,50 Euro teures Glas Sancerre bestellt, das ebenso eher wie ein gewöhnlicher und sehr viel günstigerer Sauvignon Blanc geschmeckt hätte.


 

Redaktion
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