In einer ehemaligen Kerzenwerkstatt im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel zeigt Claudio Sambito eine ganz neue Facette der italienischen Küche: Er kocht sizilianisch – ganz ohne Klischees. Sambito ist gelernter Architekt, was sich im aufgeräumten, lichten Ambiente mit bodentiefen Fenstern, stilvollem Holzmobiliar und moderner Kunst an den Wänden widerspiegelt. Blickfang des Restaurants ist der Chef’s Table, der die offene Küche mit dem Gastraum verbindet: Man kann Sambito beim Kochen über die Schulter schauen – und soll sich wie zu Hause fühlen. Auch wenn er sich von traditionellen Familienrezepten leiten lässt, ist das keine klassische Mama-Küche: Sambito beflügelt sie mit einem modernen, oft überraschenden Twist. Die Karte ist überschaubar und wechselt alle paar Wochen. Was auf den Tisch kommt, überzeugt: Er setzt auf wenige, hochwertige Produkte, die à la minute zubereitet und gekonnt in Szene gesetzt werden. Die Arancini – mit Roter Bete und mildem Gorgonzola gefüllte Bällchen aus Arborio-Reis – sind innen geschmackvoll, außen kross: eine Interpretation voller Raffinesse. Sein bissfestes Risotto al Tartufo erhebt Sambito mit Spinat, Taleggio und Trüffel zu einem vollmundig-sinnlichen Erlebnis. Sgombro e Lenticchie – gegrillte Makrele mit Linsen, Balsamico und Beurre blanc – lassen in ihrem ausbalancierten Wohlgeschmack Bilder von Sizilien entstehen, projiziert von einem Koch, der sein Handwerk beherrscht und es mit großer Kreativität ausführt. In Hamburg wird er bereits mit Anna Sgroi verglichen, die hier einst die sizilianische Küche mit viel Seele und Können etablierte: Claudio Sambito ist mit seinem »Kasa« auf einem sehr guten Weg.