Verlässt man die Hauptstadt des Weines Bordeaux in Richtung Norden auf der berühmten „Route des Grand Crus“, so gelangt man nach einer kurzen Fahrt durch das Haut-Médoc in die erste der weltberühmten und legendären Gemeinden – nach Margaux. 1.300 Hektar stehen hier unter Reben, bepflanzt vorwiegend mit Cabernet Sauvignon und Merlot. 21 der 61 im Jahr 1855 anlässlich der Weltausstellung in Paris klassifizierten Chateaus sind hier beheimatet, allen voran das legendäre Chateau Margaux, das sogar einen ganz prominenten Fan hatte - den Schriftsteller Ernest Hemingway. Die Liebe zu diesem Chateau war so groß, dass seine älteste Enkelin, eigentlich auf den Namen Margot Louise getauft, auf den Namen Margaux Hemingway hörte. Aber auch andere Chateaus ragen heraus, etwa das auf dem Papier als Troisième Cru Classé eingestufte Chateau Palmer, das aber Experten und Kritiker wegen der hier erzeugten überragenden Qualitäten längst auf dem Level eines Premier Cru angelangt sehen. Auch Chateau d´Issan, Chateau Brane-Cantenac, Chateau Malescot Saint Exupéry oder auch Chateau Lascombes sind Namen von großer Strahlkraft. Tatsächlich ist Margaux die einzige Gemeinde, die klassifizierte Chateaus vom 1. bis zum 5 Gewächs durchgängig vorweisen kann. Auch zahlreiche Cru Bourgeois, die nächste Qualitätsstufe unterhalb der Grand Crus, sind hier zu Hause. Das Klima hier am linken Ufer ist natürlich stark vom Atlantischen Ozean beeinflusst, der Boden besteht aus einem Untergrund aus Kalkstein und Feinkies und einer Auflage aus gröberen Kies, eine Hinterlassenschaft, die die Gironde aus den Pyrenäen mitgebracht hat. Dieser Kiesboden sorgt für einen hervorragenden Wasserabzug im Fall von Regenfällen, die in diesem feuchten atlantischen Klima immer wieder auftreten können. Die Weine bestehen in erster Linie aus Cabernet Sauvignon, dessen mitunter etwas strenge Art durch die Beigabe von Merlot oder Petit Verdot abgemildert wird und die ihnen so einen geschmeidigen Charakter verleiht. Chateau Brane-Cantenac kann dabei sogar über eine der wenigen noch in Bordeaux verbliebenen Anpflanzungen von Carmenère zurückgreifen, jene Rebsorte, die in den letzten gut 25 Jahren in Chile zu Ruhm und Ehre gekommen ist. Trotz dieser eher geschmeidigen und schmeichelnden Charakteristik weisen die besten Weine ein enormes Reife- und Alterungspotential auf.