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© IDM Südtirol-Alto Adige | Peter von Felbert

Fünf Fun Facts aus der Welt des Weins

Wein
Weinreise

Wie wird ein Zweitwein zum Spitzengewächs? Warum wuchs Barbera einst auf Tausenden Hektar in Kalifornien? Und welcher Rosé begeisterte Ludwig XIV.?

Ob historische Anekdoten, überraschende Ursprünge oder kuriose Geschichten – hinter vielen berühmten Weinen verbergen sich faszinierende Details. Wir haben spannende Fakten zusammengetragen, die selbst erfahrene Weinliebhaber:innen überraschen dürften.

Vom Zweitwein zum Kultwein

Als die Grafen von Neipperg im Jahr 1971 das Château Canon La Gaffelière in St. Émilion erwarben, gelangte auch ein Stück Land in ihren Besitz, das weit abseits der Weinberge des Cru Classé Canon La Gaffelière lag. Der Wein dieses »Château La Mondotte« lief daraufhin als eine Art Zweitwein im Sortiment mit und kostete noch Ende der 1980er-Jahre kaum die Hälfte einer Flasche Canon La Gaffelière. Doch die Lage auf dem privilegierten Kalk-Plateau machte sich mehr und mehr bemerkbar. Heute steht »La Mondotte« auf demselben Klassifikationsrang wie sein Schwester-Château und erzielt den doppelten Preis.

Barbera in Kalifornien

Die Brot-und-Butter-Sorte des Monferrato im Piemont war tatsächlich einmal auf dem Sprung zu einer großen internationalen Karriere. Durch italienische Einwanderer war sie nach Kalifornien gekommen und galt dort in den 1970er und frühen 1980er-Jahren als Hoffnungsträger der Weinindustrie, die Anbaufläche stieg auf über 8000 Hektar – immerhin die Hälfte der piemontesischen Ertragsfläche. Inzwischen ist der Anbau in den USA zurückgegangen, die Sorte litt stark unter der kalifornischen Sonne; häufig fehlte es den Weinen an Komplexität.

Wie der »Räuschling« in der Ortenau die Bürokratie überlebt hat

In einem Weinberg der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg stehen einige wenige Zeilen mit Rebstöcken, die mehr als 100 Jahre alt sind. Es sind Stöcke der aus der Schweiz stammenden Rebsorte »Räuschling«. Weil der Anbau des Räuschlings nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr offiziell gestattet war, deklarierte der Besitzer seine Parzelle einfach als »Müller-Thurgau«, um sie bewahren zu können. Inzwischen sind Räuschling-Weine wieder zulässig – allerdings mit der Angabe »aus Versuchsanbau« auf dem Etikett.

Der Lieblingswein des Sonnenkönigs

Von Louis XIV. ist bekannt, dass er gern Weißweine von der Loire und Champagner trank. Sein Arzt empfahl ihm Burgunder, doch der König blieb auch eher ungewöhnlichen Herkünften treu: So soll er dem Cabrières aus dem Languedoc zugesprochen haben. Heute wächst dort einer der besten Rosés Frankreichs. Ob der Sonnenkönig auch damals schon Cabrières Rosé bevorzugte, ist nicht bekannt. Beim Champagner hatte er eine Vorliebe für roséfarbenen – und stillen – Wein.

In Südtirol gibt es fast nur DOC-Wein

Die meisten Weinregionen Europas bringen außer Weinen mit kontrollierter Herkunft (in Italien: »DOC«) auch einfachere Kategorien wie Land- oder Tafelwein hervor. In Südtirol aber haben 98 Prozent der Weine DOC-Rang. Kein Wunder, so nah an den Bergen gibt es keine Flachlagen, in denen man billig auf Menge produzieren könnte.


Erschienen in
Weinreisen Deutschland 1/2026

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Ulrich Sautter
Ulrich Sautter
Wein-Chefredakteur Deutschland
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