Auch Peru gehört zu jenen Ländern, die von der internationalen weinliebenden Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Dabei handelt es sich um einen Pionier des südamerikanischen Weinbaus, denn Peru ist das Land, in dem zuallererst auf dem südamerikanischen Kontinent Weinbau systematisch betrieben wurde. Bereits im 16. Jahrhundert wurden Reben von den Kanarischen Inseln importiert, darunter auch die Listen Prieto. Mit ca. 40.000 Hektar war die Rebfläche damals so groß, dass sogar Wein nach Europa exportiert wurde. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts fassen zunehmend die internationalen Sorten wie Sauvignon Blanc, Chardonnay, Syrah, Malbec und Tannat Fuß. Heute stehen in Peru ca. 11.000 Hektar unter Reben, die Weingärten legen zumeist rund um die Städte Pisco und Ica. Das Klima ist warm und regenarm, Bewässerung ist hier unabdingbar, einen kühlenden Einfluss übt aber der naheliegende Pazifik aus. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nahe der beginnenden Tropen sind Fäulnis und Pilzerkrankungen ein relevantes Thema. Ein großer Teil der Rebfläche entfällt auf die Sorte Moscatel, allerdings nicht für die Erzeugung von Stillwein, sondern für die Destillation von Pisco, dem Nationalgetränk Perus wie auch im benachbarten Chile. Die Weine Perus gelangen kaum in den Export, doch haben sich einige wenige Betriebe aufgemacht mit beachtlichen Qualitäten aus internationalen Rebsorten den europäischen Markt zu erobern. Die Mengen sind allerdings extrem limitiert.