Assaf Granits Neueröffnung in Berlin: »Es ist für mich sehr persönlich«
Hommage an die Großmutter trifft auf Berliner Nachtleben. Das Restaurant »Berta« öffnet nach Umbau und Neuinterpretation seine Türen und will damit zum Treffpunkt der Stadt werden.
Wenn ein israelisches Restaurant einen deutschen Namen besitzt, muss man sich unweigerlich fragen, woher das rührt. Berta, das ist die Oma von Chefkoch Assaf Granit und Berlinerin in Tel Aviv. Ihre Geschichte spiegelt sich in jedem seiner neuen Gerichte wider, und diese klingen in etwa so: Hühnerschnitzel trifft auf Kräutersalat, Himbeerketchup und Ras-el-Hanout-Senf – das Ganze nennt sich »Schnitzel and Gretel«. Hinter »99 Balloons« verbirgt sich Josper-gegarter Wolfsbarsch, Rosenkohl, Sabzi, Harissa Hollandaise und Dukkah. Die kreative Karte spannt somit einen Bogen zwischen beliebten israelischen Gerichten wie Fattoush und deutschen Klassikern wie Schnitzel, stets mit modernen Akzenten.
Auch die Bar folgt derselben Philosophie. Denn die Cocktails sollen Berliner Wurzeln, Pariser Handwerk und die Seele Jerusalems miteinander vereinen. Zum Shabour etwa wird Gin mit gerösteter Roter Bete, Honig und Kardamom kombiniert, während sich der Jerusalem Espresso Martini mit Vanille-Vodka und türkischem Cold Brew als neuer Favorit abzeichnen könnte. Natasha Katz, die Sommelière des Hauses, ergänzt die Karte mit Weinen, die die Aromenwelt der Küche spiegeln.
»Unvergessliches Erlebnis«
Hinter der Wiedereröffnung steht die »JLM Group«, gegründet von Granit, Uri Navon und Tomer Lanzman. International vernetzt und tief in der kulinarischen Kultur Jerusalems verwurzelt, bringt die Gruppe ihre Konzepte in fünf Ländern und über 20 Restaurants zum Ausdruck. Allein im Jahr 2023 begrüßten sie weltweit fast eine Million Gäste. Ihr Ziel? Räume zu schaffen, in denen Essen, Kultur und Begegnung eine Einheit bilden. Es ist daher kein Zufall, dass die Wiedereröffnung kurz vor der Berlinale angesetzt ist. Aber auch fortlaufend legen mehrmals pro Woche DJs auf, Musik wird pulsieren, die Gäste sollen bleiben, teilen und tanzen.
Im Berta sind nämlich Gäste keine Gäste. Sie sind Familie, heißt es in der Ankündigung. Besonders am Herzen läge dem Chefkoch Berlin als Stadt. »Es ist für mich sehr persönlich und aufregend, zurückzukehren und ein Restaurant an dem Ort zu eröffnen, den meine Familie verlassen musste.«