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»Palais Coburg« Resident Manager Jochen Manninger

»Palais Coburg« Resident Manager Jochen Manninger
© Palais Coburg

Das neue Palais Coburg: »Der Gast soll das Gefühl haben, einen königlichen Palast zu erleben«

Wien
Hotel
Luxus
Interview

Mehr Luxus, mehr Programm für die Wiener und eine »erwachsene Clementine«: Jochen Manninger, Resident Manager des Palais Coburg, spricht im Falstaff-Interview darüber, wie sich das Haus nach der Neueröffnung verändern wird.

Seit bald einem Jahr wird im Palais Coburg umgebaut. Jochen Manninger, Resident Manager des Palais Coburg, zählt die Tage, bis in den Suiten wieder die Kofferverschlüsse aufschnappen. Ursprünglich war die Neueröffnung für Dezember anberaumt, doch das Wurzelwerk des Gartens schlug sich durch die Decke – und die Umbaupläne. Als Branchenroutinier reagiert er auf das Unvorhergesehene mit Weitblick und nützt die Zeit bis zum neuen Eröffnungsdatum (aktuell April) für eine großangelegte Neuausrichtung der Guest Journey: Die Geschichte des Hauses, mit den vielen Prunkträumen hinter schweren Türen, soll darin eine tragende Rolle spielen.

Falstaff: Welcher Gedanke stand am Anfang der Umbauarbeiten des Palais Coburg?

Jochen Manninger: Nach 20 Jahren war es doch sehr notwendig, die Zimmer für Luxusreisende zu adaptieren. Im Zuge dieses Prozesses wurde die Idee geboren, die Guest Journey zu verändern, um das Palais Coburg dem Hotelgast zugänglich zu machen. Früher hat der Hotelgast nur die Clementine, das Restaurant, die Zimmer und die Lobby gesehen, die Prunkräume kannte er nicht. Diese haben wir jetzt eingebunden, um das Palais Coburg anders zu beleben.

Inwiefern spiegeln diese Maßnahmen die Ansprüche moderner Luxushotellerie wider?

Das Hotel war auf Residenzen ausgerichtet. Jede Suite hatte eine eigene vollwertige Küche. Aber der Luxusreisende kocht nicht unbedingt selbst, vor allem mit den zwei Restaurants, »Silvio Nickol« und der »Clementine im Glashaus« im Haus. Statt der Küche gibt es jetzt ein Walk-in-Closet, um mehr Raum für die Gäste zu schaffen. Convenience für den Gast steht im Fokus, mit den neuesten Gadgets. Wir gehen stilistisch auf die Geschichte des Hauses ein, adaptieren es aber für die Zukunft. Wir stellen uns die Frage, wie die Coburger heute wohnen würden.

Das Alleinstellungsmerkmal des Palais Coburg liegt bereits in seinem Fundament. Wie wird die Historie des Hauses dem Gast ab 2026 in Erscheinung treten?

Darauf freue ich mich richtig, weil das Palais Coburg als Erlebnis nahbar wird. Wir haben nichts Vergleichbares in Wien. In den Räumen, in denen Johann Strauß seine Walzer uraufgeführt hat, kann ich heute sitzen und Kaffee trinken. Dort wo die Coburger früher Abend gegessen haben, kann ich heute meine Tagung abhalten. Der gelbe Salon mit den schönen Seidentapeten und der Spiegelsaal werden künftig stärker kulinarisch bespielt. Der Johann-Strauß-Konzertsaal wird adaptiert, bleibt aber Veranstaltungsfläche. Der Gast soll das Gefühl haben, einen königlichen Palast zu erleben.

Das klingt nach einem großen Unterfangen.

Es ist für mich deshalb eine Herausforderung, weil ich ein Gastgeber vom ganzen Herzen bin und ich freue mich darauf, das Haus bald wieder mit Gästen zu füllen. »Silvio Nickol« und die »Clementine« sind geöffnet, aber der Hotelgast – für den ich wirklich brenne – der fehlt aktuell. 

Wer sind eigentlich die typischen Gäste des Palais Coburg?

Der stille Luxusreisende, der Connaisseur, der gut essen und gut trinken möchte, der eine Stadt erleben will, aber auch einen Rückzugsort sucht und viel Wert auf Privatsphäre legt. Dadurch dass wir ein reines Suitenhotel sind, ist es schon ein ganz anderer Reisender. Und natürlich setzen wir auch auf Familien.

Wir haben einerseits den internationalen Gast und dann haben wir auch den Wiener Gast.

Ich liebe die Wiener Gäste! Aber die Wiener Gäste trauen sich nicht rein! Es gibt diese Hemmschwelle. Ich glaube, man hat ein bisschen Ehrfurcht vorm Gebäude. Wir sind ein Wiener Haus und für den Wiener Gast da! Daher bauen wir »Barrieren« ab und zeigen den Wienerinnen und Wienern, wie zugänglicher das Palais Coburg sein kann.

Was ist Ihre Strategie, um den Wiener Gast diese Hemmschwelle zu nehmen?

Im Sommer haben wir mit Veranstaltungen begonnen, beispielsweise Afterworks und Matineen. Unser Brunch war ein Riesenerfolg. Diese Dinge werden wir weiterhin machen. Wir müssen Erlebnishotellerie einen Schritt weiterdenken, nämlich Richtung transformierende Gastronomie und Hotellerie: Ich erlebe es nicht nur, sondern es verändert auch meine Betrachtungsweise. Wenn wir es schaffen, Hotellerie holistisch zu sehen, dann haben wir eigentlich schon gewonnen.

Sie haben ein weiteres Restaurant im oberen Stockwerk erwähnt. Was ändert sich am Gastro-Angebot im Haus?

»Silvio Nickol« gehört zum Hotel, wie das Hotel zu »Silvio Nickol« gehört. Darüber hinaus entwickeln wir die bestehenden gastronomischen Konzepte weiter und setzen mit Blick auf die Wiedereröffnung neue Akzente. Mehr Details verraten wir zu einem späteren Zeitpunkt.

Was passiert mit der Clementine?

Wir können schon verraten: Wir entwickeln die »Clementine« weiter. Gleichzeitig wird das Glashaus künftig noch vielseitiger erlebbar – als Ort, der mehrere Anlässe im Haus abbilden kann. Zu den Details bitten wir noch um ein wenig Geduld.


 

Patricia Konarzewski
Patricia Konarzewski
Chefredaktion Digital
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