Die Gründung eines eigenen Weinguts – eine gute Entscheidung, Wolfgang Reitzle?
Wie kommt ein Top-Manager dazu, als Quereinsteiger ein Weingut zu gründen? Als »vernünftig« bezeichnet Prof. Wolfgang Reitzle seine Entscheidung bis heute nicht. Aber bereut er sie auch?
Im Jahr 2001 erwarb Prof. Wolfgang Reitzle gemeinsam mit seiner Ehefrau Nina Ruge die historische Villa Bertolli nahe Lucca in der Toskana, benannte sie nach einer nahegelegenen Kirche um und gründete das gleichnamige Weingut »Villa Santo Stefano«. Der erste eigene Wein kam im Jahr 2006 in die Flasche. Im Gespräch mit Falstaff spricht er über seinen Weg zum Wein-Investment.
Falstaff: Die Entscheidung, ein Weingut zu gründen – ging das ganz schnell, oder war das ein längerer Weg des Suchens, Abwägens und Entscheidens?
Wolfgang Reitzle: Was wir wirklich gesucht haben, war ein Ferienhaus in der Toskana. Gefunden haben wir nach vielen Jahren der Suche Villa Santo Stefano in Lucca. Da gab es viele Olivenbäume, aber nur ein winziges Stück Land mit Rebstöcken. Weingut gründen? Im Jahre 2001 noch kein Gedanke.
War es am Ende eher eine Bauchentscheidung oder eine, die Vernunftgründen folgte?
Es war die Liebe zu diesem einzigartigen Hügel am Rande von Lucca - vernünftig war es bis heute nicht. Man kann nicht das ganze Leben lang nur nach Vernunft entscheiden. Die Dividende der ganzen Anstrengung ist Lebensfreude.
Falstaff: Wenn Sie auf die – über 20 Jahre – Ihres »Wein-Investments« zurückblicken, was ist Ihre größte Freude?
Von Falstaff 96 Punkte für unseren LOTO 2021 bekommen zu haben – das motiviert enorm für weitere Verbesserungen.
Falstaff Weintrophy 2026
Prof. Wolfgang Reitzle wird im Rahmen der Falstaff Weintrophy am 14. November 2025 für seine besonderen Verdienste rund um den Wein ausgezeichnet. Im Anschluss an die Verleihung erwartet die Gäste ein exklusives Walking Dinner mit zehn renommierten Spitzenköchen sowie eine Verkostung der prämierten Siegerweine. Ein Event, das man sich nicht entgehen lassen sollte.