Die Hänge von St. Magdalena und Rentsch vor Bozen eignen sich perfekt für den Lagrein.

Die Hänge von St. Magdalena und Rentsch vor Bozen eignen sich perfekt für den Lagrein.
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Die Sieger der Lagrein-Trophy 2019

Lagrein ist eine autochthone Südtiroler Rotweinsorte, die heute zu den erfolgreichsten Rotweinsorten des Landes zählt. Die Klosterkellerei Muri-Gries, die Kellerei Bozen und das Weingut Waldgries sicherten sich die ersten Plätze bei der Trophy.

Lagrein ist eine Ur-Südtiroler Sorte. 1318 wird sie erstmals urkundlich erwähnt, lange Zeit war es üblich, Lagrein als Kretzer, als Rosé, auszubauen. In den 1970er-Jahren tauchten dann die ersten reinsortigen Lagrein auf, damals noch als »Lagrein Dunkel«. Eine Bezeichnung, die heute nicht mehr erlaubt ist. In den späten 1980er-Jahren waren Christian Werth von Muri-Gries, Stephan Filippi von der Kellerei Bozen und Josephus Mayr vom Unterganznerhof die Pioniere, die den Lagrein gekonnt im Barrique ausbauten und so die Basis für den heutigen Erfolg schufen. Mit 478 Hektar Anbaufläche belegt Lagrein nach dem Vernatsch den zweiten Rang unter den Südtiroler Rotweinsorten. Die ursprüngliche Heimat des Lagrein liegt im Ortsteil Gries der Stadt Bozen. Auf den tiefgründigen Schotterböden fühlt sich der Lagrein wohl. Auch die Hänge von St. Magdalena und Rentsch sind für den Lagrein sehr gut geeignet, oder die warmen Porphyrhänge um Auer, Branzoll und Siebeneich. Lagrein bringt tiefdunkle, rubinviolette Weine mit spürbarer Säure und intensivem Tannin hervor. Die Aromatik wird bestimmt von Kirschen, Brombeeren, Veilchen und edler Bitterschokolade.

Platz 1 (mitte): Klosterkellerei Muri-Gries Lagrein Riserva Weingarten Klosteranger Südtirol – In der Nase nach Holunderbeeren, Tabak und Schokolade, am Gaumen geschmeidig und saftig. Platz 2 (links): Kellerei Bozen Lagrein Riserva Taber – Stoffiges, dichtes Tannin, überraschend fein und geschliffen. Platz 3 (rechts): Waldgries Mirell – Feinwürzige Nase nach schwarzer Ribisel und Bitterschokolade.
© Othmar Kiem
Platz 1 (mitte): Klosterkellerei Muri-Gries Lagrein Riserva Weingarten Klosteranger Südtirol – In der Nase nach Holunderbeeren, Tabak und Schokolade, am Gaumen geschmeidig und saftig. Platz 2 (links): Kellerei Bozen Lagrein Riserva Taber – Stoffiges, dichtes Tannin, überraschend fein und geschliffen. Platz 3 (rechts): Waldgries Mirell – Feinwürzige Nase nach schwarzer Ribisel und Bitterschokolade.

Das Ergebnis unserer Trophy belegt eindrucksvoll die Dominanz der Lagrein aus Bozen. Muri-Gries ist ein mächtiges Kloster mitten in der Stadt; draußen herrscht Geschäftigkeit, drinnen besinnliche Ruhe. Für Kellermeister Christian Werth ist Lagrein wie Herzblut. Seit zwei Jahren baut er die Trauben seiner besten Lage, des Klosterangers, getrennt aus. Der 2015 Lagrein Klosteranger ist der Sieger unserer Trophy, ein grandioser Wein. Die Kellerei Bozen vereinigt den Großteil der kleinen Weinbauern im Raum Bozen. An der Westeinfahrt der Stadt wurde gerade ein sehenswerter Kellerneubau in den Hang gestellt. Mit dem Taber hat Kellermeister Stephan einen außergewöhnlich eleganten und Filippi geschliffenen Typus von Lagrein geschaffen. Er belegt den zweiten Platz. Christian Plattners Waldgrieshof ist ein stattlicher Ansitz am Fuß des Hügels von St. Magdalena. Plattner erzeugt gleich vier verschiedene Lagrein. Am besten gefiel uns der Mirell, der gekonnt Konzentration und Eleganz in sich vereint. Prachtvoll!

Erschienen in
Falstaff Nr. 07/2019

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Othmar Kiem
Othmar Kiem
Chefredakteur Falstaff Italien
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