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© Shutterstock (Symbolbild)

Die Zimtschnecke hat die Welt erobert. Aber wer hat sie erfunden?

Wissenschaft
Food Trend
Dessert

Ob als Kanelbulle, Cinnamon Roll oder Zimtschnecke – das süße, spiralförmige Gebäck ist überall beliebt.

Heute begegnet sie uns in allen erdenklichen Varianten: als virales Blitzrezept, in zuckerfreien Versionen, eisgekühlt, als Kaffee-Kreation oder sogar als Mochi. Doch bei all dieser Vielfalt bleibt eine zentrale Frage: Wo liegt der Ursprung der Zimtschnecke? Viele würden spontan Schweden sagen – und liegen damit nicht völlig daneben. In Nordeuropa entwickelte sich im Laufe der Zeit ein ganzes Spektrum regionaler Abwandlungen: die finnischen Korvapuusti, die dänischen Kanelsnegle und natürlich die schwedische Kanelbulle. Gemeinsam haben sie die Zimtschnecke geprägt, wie wir sie heute kennen und lieben.

Doch ein Blick in die Geschichte eröffnet ein noch spannenderes Bild – eines, das darauf hindeutet, dass ihre Wurzeln weiter zurückreichen, als man zunächst vermuten würde. Laut dem englischen Food-Portal Tasting Table findet sich eine frühe Vorläuferform der Zimtschnecke bereits um 1600 in einem deutschen Kochbuch: ein süßes, aufgerolltes Gebäck, das als Urgroßvater der „Schnecke“ gesehen werden kann. Auch sie und ihre unterschiedlichsten Varianten sind heute nach wie vor besonders beliebt.

Der eigene Feiertag

Dann führt der Weg zurück nach Skandinavien. Während des Ersten Weltkriegs waren Mehl, Zucker und Eier knapp; erst nach Kriegsende entspannte sich die Versorgungslage wieder. In den 1920er-Jahren tauchten die ersten schwedischen Zimtschnecken auf, doch ihren wirklichen Durchbruch erlebten sie in den 1950er-Jahren, als Zimt und Kardamom erschwinglicher wurden und die Kanelbulle ihren Siegeszug antrat.

Diese wachsende Beliebtheit fand schließlich auch ihren offiziellen Ausdruck: Um 1999 setzte ein schwedischer Verein zur Förderung des Selberbackens der Tradition ein Denkmal und rief den Kanelbullens dag ins Leben. Seitdem wird jedes Jahr am 4. Oktober im ganzen Land gebacken, gefeiert und genossen – ein Fest zu Ehren der Zimtschnecke und ihrer liebevollen Verwandten wie der Kardamombulle.

Anerkennung als Spezialität

Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 2013: die Anerkennung der Kanelbulle als traditionelle Spezialität. Hintergrund war eine EU-Regelung, die den Kumaringehalt in Gebäck begrenzte. Während dänische Zimtschnecken seitdem weniger intensiv gewürzt werden müssen, darf die schwedische Variante dank ihres Schutzstatus weiterhin deutlich mehr Zimt enthalten.

Heute gehören Kanelbullar zum schwedischen Alltag. Und sind wir ehrlich: Wie auch immer man sie nennt und wo auch immer ihre Geschichte genau begann – die Zimtschnecke ist und bleibt ein zeitloses Gebäck, von dem wir einfach nie genug bekommen.


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