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Dry January mit Ausnahme: In dieser Stadt stieg sogar der Alkoholkonsum

Alkohol
Deutschland
Analyse
München

Während der Konsum von Alkohol im Januar bundesweit spürbar zurückging, zeigt sich in München ein anderes Bild. Eine aktuelle Analyse deuten darauf hin, dass sich die bayerische Landeshauptstadt vom nationalen Trend abkoppelt.

Dry January? Nicht mit den Münchnern. Zwar hat sich der alkoholfreie Januar in Deutschland etabliert und prägt das Konsumverhalten inzwischen messbar, doch eine Auswertung anonymisierter Zahlungsdaten des Finanztechnologie-Unternehmens »SumUp« zeigt deutliche regionale Unterschiede. Besonders München nimmt dabei eine Sonderstellung ein.

München tanzt (und trinkt) aus der Reihe

Im Zeitraum vom 2. bis 25. Januar 2026 sanken die durchschnittlichen Warenkorbwerte im deutschen Alkoholfachhandel insgesamt um 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Überraschend ist jedoch, dass in München die Ausgaben pro Einkauf im gleichen Zeitraum um 15,4 Prozent stiegen. Damit entwickelte sich die bayerische Landeshauptstadt deutlich entgegen dem bundesweiten Trend. Auch in der Gastronomie blieb die Zurückhaltung vergleichsweise moderat. In Münchner Bars und Clubs gingen die durchschnittlichen Warenkörbe um lediglich 4 Prozent zurück. Andere Großstädte verzeichneten deutlich stärkere Rückgänge.

Metropolen als Maßstab

Ein Blick auf weitere Städte unterstreicht die Abweichung. Frankfurt am Main hat es beispielsweise besonders hart getroffen. In der Stadt reduzierten sich die Ausgaben in Bars und Clubs um 47,1 Prozent, im Alkoholfachhandel um 26,7 Prozent. Hamburg meldete Rückgänge von 16,7 Prozent in der Nachtgastronomie und 9,4 Prozent im Fachhandel. In Berlin sanken die Warenkorbwerte in Bars und Clubs um 13,4 Prozent und in Köln um 15,9 Prozent, während der Fachhandel dort nahezu stabil blieb.

Die Entwicklung eines weitaus trockeneren Jahresstarts bestätigt auch der stationäre Fachhandel. Andreas Heuer, Inhaber des Berliner Weinfachgeschäfts Weinheuer, beschreibt den Dry January gegenüber tageskarte.io als spürbares Phänomen: »Anfang des Jahres ist das Kaufverhalten spürbar zurückhaltender. Insgesamt beobachten wir einen bewussteren Umgang mit Alkohol. Die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen wächst, insbesondere bei jüngeren Kundinnen und Kunden sowie bei Frauen.« Gleichzeitig betont Heuer, dass alkoholfreie Produkte bislang eher eine Ergänzung darstellen: Aufgrund der aufwendigen Herstellung und der begrenzten Nachfrage seien sie umsatzseitig keine gleichwertige Alternative zu klassischen Weinen.


Redaktion
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