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Erbstreit in der Bierdynastie: Veltins-Sohn fordert rund 30 Millionen

Bier
Kritik
Familie

Mit gerade einmal 18, verkatert und ahnungslos, unterschrieb Carl Clemens Veltins laut eigener Aussage den Verzicht auf Millionen – nun kämpft er Jahrzehnte später vor Gericht um sein Erbe.

In der traditionsreichen Sauerländer Brauerei-Familie Veltins steht derzeit ein erbitterter Erbstreit im Fokus. Carl Clemens Veltins, jüngster Sohn der 1994 verstorbenen Matriarchin Rosemarie Veltins, fordert vor dem Landgericht Arnsberg seinen Anteil am Familienvermögen – es geht um rund 30 Millionen Euro.

Der Konflikt ist seit Jahren bekannt: Carl Clemens galt lange als das schwarze Schaf der Dynastie. In seiner Jugend sorgte er immer wieder für negative Schlagzeilen, unter anderem wegen Verurteilungen im Zusammenhang mit illegalem Waffenbesitz und Drogenhandel. Nun setzt er juristisch durch, was ihm seiner Meinung nach zusteht.

Übergangen und ausgeschlossen

Kern des Verfahrens ist eine Erklärung, die Carl Clemens kurz nach seinem 18. Geburtstag im Jahr 1980 unterschrieb – ein Verzicht auf seinen Pflichtteil. Diesen Verzicht hält er heute für unwirksam. Nach eigenen Angaben wurde er damals müde und noch alkoholisiert von seiner langen Geburtstagsfeier zum Notar gebracht. Zudem seien wichtige Formvorschriften bei der Erklärung nicht eingehalten worden. Der 63-Jährige fühlt sich seit Jahrzehnten übergangen und ausgeschlossen.

Während seine beiden Schwestern, die das Familienunternehmen heute führen, der Verhandlung fernblieben und durch Anwälte vertreten wurden, hält sich die Brauerei selbst aus dem Rechtsstreit heraus. Das Unternehmen betont, dass die juristische Auseinandersetzung keinen Einfluss auf den operativen Betrieb habe.

Die Veltins-Brauerei zählt mit einem Jahresumsatz von 459 Millionen Euro und über 700 Beschäftigten zu den größten und erfolgreichsten Brauereien Deutschlands. Wie das Gericht entscheidet, bleibt abzuwarten – der Prozess ist noch im Gange.


 

Redaktion
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