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Kaulitz Brüder launchen Tequila: »Man muss auch mal trinken, wenn man keinen Durst hat«

Tequila
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Mexiko
Interview

Tequila mit Salz und Zitrone? Absolutes No-Go! Gemeinsam mit Tokio-Hotel Bandkollege Georg Listing launchen Bill und Tom Kaulitz ihren ersten eigenen Tequila, sprechen über zwei Jahre Tüftelei – und verraten, wie man »Kaa Dos« am besten genießt.

Falstaff: Ihr habt letzte Woche euren ersten eigenen Tequila »Kaa Dos« gelauncht. Warum ausgerechnet Agavenbrand?

Tom Kaulitz: Es war ein langgehegter Traum. Ich liebe Tequila über alles. Eines Abends saßen wir mal wieder zusammen, tranken den einen oder anderen Tequila, und ich habe zu den Jungs gesagt: »Es wäre doch großartig, wenn wir unseren eigenen Tequila hätten, der das Beste aus all unseren Lieblings-Tequilas vereint.«

Bill Kaulitz: Vor allem fiel uns auf, dass es in Deutschland keinen Tequila gibt, der uns wirklich überzeugt.

Tom Kaulitz: International, besonders in Amerika, sieht das anders aus. Aber hierzulande ist das Tequila-Image noch verbesserungswürdig.

Georg Listing: Unser Ziel war es dann, einen Tequila zu kreieren, der nicht nur gut schmeckt, sondern tatsächlich unser absoluter Lieblings-Tequila wird.

Tequila wird hierzulande oft mit Shots, Salz und Zitrone verbunden. Ein Sakrileg?

Tom Kaulitz: (lacht) Absolut! Viele Menschen haben schlechte Erfahrungen mit Tequila gemacht. Meine erste Erinnerung an Tequila ist meine Jugendweihe: zu viel Tequila Sunrise.

Bill Kaulitz: Unseren Tequila bitte nicht mit Salz und Zitrone trinken!

Georg Listing: Dafür ist er wirklich zu schade. Kaa Dos ist ein echtes Genussmittel.

Tom Kaulitz: Selbst unser Blanco ist fruchtig, wenig scharf und sehr smooth – den kann man pur trinken.

Wer die Serie Kaulitz & Kaulitz oder euren Podcast Kaulitz Hills – Senf aus Hollywood verfolgt, weiß, dass ihr schon rund zwei Jahre an dem Projekt arbeitet. Warum hat es so lange gedauert?

Georg Listing: Wir haben sehr viel Liebe ins Packaging gesteckt: Die Flasche selbst hat 18 Versionen aus dem 3D-Drucker gebraucht, bis wir die Form hatten, die wir wollten. Für den Tequila selbst durften wir mit Iliana arbeiten, einer der wenigen Female Master Distillerinnen, was für uns eine großartige Erfahrung war.

Tom Kaulitz: Und wir hatten viele lustige Tastings mit ihr. Das braucht seine Zeit.

Neben Iliana Partida, die in vierter Generation Tequila herstellt, habt ihr euch tatkräftige Unterstützung aus der hiesigen Spirituosenwelt in Form von Spirituosenunternehmer Bastian Heuser geholt. Was war deine Aufgabe, Bastian Heuser?

Bastian Heuser: Meine Hauptaufgabe war, die Kontakte nach Mexiko zu nutzen und einen zuverlässigen Produzenten zu finden, der unsere Vision teilt. Es gibt nicht viele Bio-Tequila-Produzenten, und die Familie Partida baut neben der Destillation auch selbst Agaven an – das ist sehr selten. Meist sind Anbau und Destillation wirtschaftlich getrennt. Als ehemaliger Bartender habe ich in meinem Leben schon die eine oder andere Flasche Tequila getrunken und durfte auch beim Verkosten meine Expertise einbringen.

Ihr wart selbst mehrfach vor Ort in Mexiko. Was hat euch am meisten beeindruckt?

Bill Kaulitz: Der gesamte Prozess war faszinierend. Ich wusste vorher nicht, wie aufwendig die Herstellung von Tequila ist.

Tom Kaulitz: Die Agavenpflanzen brauchen sieben Jahre, bis sie geerntet werden können. Wir waren bei der Ernte dabei, sind durch die Felder geritten. Ich wusste vorher nicht einmal, dass die Blätter nicht für die Produktion genutzt werden. Iliana hat uns die Destillerie gezeigt, ihr Team und ihre Familie. Wir durften ihren Tequila probieren und über Monate unser eigenes Rezept entwickeln.

Georg Listing: Uns war wichtig, alles zu 100  Prozent zu verstehen – vom organischen Anbau über Kupfer- oder Edelstahldestillation bis hin zur Reifezeit eines Blanco, bevor er in die Fässer kommt. Nur so konnten wir unsere Vision perfekt umsetzen.

 

Bei all den Geschmäckern – wie habt ihr euch auf drei Varianten geeinigt?

Bill Kaulitz: Es ging schon hin und her.

Georg Listing: Vor allem beim Blanco – er ist die Basis. Die Reifeprozesse ergeben sich später aus den Fässern. Den richtigen Blanco zu finden, war nicht einfach.

Tom Kaulitz: Ein bisschen schärfer? Lieber smooth? Noch einmal filtern? Selbst ein halbes Prozent Alkoholgehalt macht einen riesigen Unterschied.

Georg Listing: Wir haben uns Zeit gelassen, immer wieder probiert. Es gibt Schlimmeres, als jeden Tag Tequila zu verkosten.

Wie trinkt ihr Tequila am liebsten?

Bill Kaulitz: In Cocktails: Margarita, Paloma, Tequila Sour …

Georg Listing: … oder wie bei unserem Launch als Basil Smash – der hat uns echt überrascht.

Tom Kaulitz: Ich trinke am liebsten unseren Reposado on the Rocks.

Zum Schluss: Was sind eure Lieblingssynonyme fürs Betrinken?

Tom Kaulitz: Einen »Reinrittern« ist bei uns ganz vorne.

Bill Kaulitz: Oder einen »Reinorgeln«.

Tom Kaulitz: Man muss auch mal trinken, wenn man keinen Durst hat.


Anna Wender
Anna Wender
Senior Redakteurin
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