Kylie Minogue Wine: Wie ein Produktionsfehler zum Verkaufshit wurde
Was bei einem Glas Rosé in Nashville begann, ist heute eine der erfolgreichsten Celebrity-Weinmarken der Welt. Kylie Minogue über Handwerk statt Hype, glückliche Zufälle im Weinkeller – und die Frage, warum ein guter Rosé mehr kann, als nur gut auszusehen.
Falstaff: Kylie Minogue Wines hat inzwischen 25 Millionen Flaschen verkauft. Hätten Sie das jemals erwartet?
Kylie Minogue: Nein, überhaupt nicht und es fühlt sich immer noch ein bisschen surreal an. Als wir im Mai 2020 starteten, wusste ich nur, dass ich wirklich an das Projekt glaube. Ich habe gehofft, dass die Menschen neugierig genug sind, die Weine zu probieren und sich auf diese Reise einzulassen. Wir haben Kylie Minogue Wines damals sehr leise eingeführt und den Wein für sich sprechen lassen – in einer Zeit, in der sich die Welt unsicher anfühlte. Am meisten bedeutet mir, dass die Weine ihren Platz im Leben der Menschen gefunden haben – bei Feiern, beim Abendessen und in kleinen Alltagsmomenten. Ich wollte von Anfang an etwas schaffen, das Substanz hat: zugängliche, schöne Weine – aber mit Anspruch. Der Signature Rosé war unser Anfang. Dass er heute der meistverkaufte Premium-Rosé im Vereinigten Königreich ist, übertrifft alles, was ich mir erhofft hatte.
Die Idee zu Ihrem Wein entstand in Nashville. Erinnern Sie sich noch daran?
Ich erinnere mich sehr genau daran. Es war ein warmer Abend, wir aßen nach einem langen Tag im Studio im Freien zu Abend und genossen ein Glas Rosé. Ich hielt das Glas in der Hand, das Licht schien hindurch und ich dachte: Das ist so wunderschön. Und ich sagte ganz einfach: »Ich hätte so gerne meinen eigenen Rosé.« Als ich später Paul Schaafsma und das Benchmark-Team getroffen habe, passte alles zusammen. Wir teilten dieselbe Vision, bei der Qualität immer an erster Stelle steht, und den Wunsch, etwas Bedeutendes aufzubauen – mehr als nur einen Namen auf einem Etikett. Rosé vermittelt dieses wunderbare Gefühl von Freude und Eskapismus, aber wir wollten auch Substanz dahinter haben. Etwas, das sich wie Sommer im Glas anfühlt, aber mit Tiefgang.
Sie haben Ihre Liebe zum Rosé auch auf Reisen entdeckt – ist Rosé für Sie heute eher Handwerk oder ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag?
Meine Liebe zum Wein begann eigentlich in meinen frühen Zwanzigern, als ich durch Südfrankreich und Italien gereist bin. Das war das erste Mal, dass ich diese Welt wirklich erlebt habe, und es fühlte sich unglaublich romantisch und inspirierend an. Für mich vereint Rosé beides. Da ist das Handwerk, die Tradition, die Verbindung zum Ort – aber eben auch dieses Gefühl von Leichtigkeit. Er kann einen für einen Moment woanders hinbringen. Genau diese Balance haben wir versucht, in unseren Weinen einzufangen.
Wie stark sind Sie persönlich in die Herstellung eingebunden?
Ich bin in jeden einzelnen Schritt eingebunden, und das schätze ich sehr. Als ich angefangen habe, wirkte die Welt des Weins riesig – fast überwältigend –, aber ich habe es geliebt, in sie einzutauchen, zu verkosten und zu entdecken. Die Winzer kennenzulernen, die Weinberge zu besuchen, die Regionen zu verstehen – das war etwas ganz Besonderes. Ich war bei jedem Weingut, mit dem wir zusammenarbeiten, und diese Erlebnisse bleiben einem im Gedächtnis. Ich bin sehr aktiv bei der Assemblage der Weine, dem Design und der Verpackung beteiligt, weshalb ich eine tiefe Wertschätzung für dieses Handwerk entwickelt habe.
Je nach Anlass greife ich zu unterschiedlichen Rosé-Stilen.
Ihr Petit Rosé ist durch einen Produktionsfehler entstanden. Was genau ist passiert?
Der Petit Rosé war wirklich ein glücklicher Zufall. Im Weingut wurde versehentlich ein Teil eines Tanks unseres alkoholfreien Sekts mit dem Signature Rosé vermischt. Wir haben ihn verkostet und sofort gemerkt, dass da etwas ganz Besonderes entstanden ist. Er hat den Charakter des Signature Rosé, aber in einer leichteren, frischeren Ausprägung. Man hat immer noch diese schönen sommerlichen Beerenaromen und sanften floralen Noten, aber bei lediglich 7 Volumenprozent Alkohol. Was ich daran liebe, ist, dass sich dadurch eine ganz neue Art Gelegenheit ergibt, Rosé zu genießen – etwas leichter, etwas achtsamer, aber dennoch genussvoll. Inzwischen ist er der meistverkaufte Low-Alcohol-Wein im Vereinigten Königreich.
Ihre Marke verbindet Glamour mit Zugänglichkeit. Gibt es hier Parallelen zur Popmusik?
Es gibt viele Parallelen zwischen Weinmachen und Musik. Beides besteht aus Schichten. Manche Noten sind sofort da, andere entfalten sich erst mit der Zeit. Außerdem ist der Moment, in dem Musik veröffentlicht wird, der Moment, in dem sie wirklich frei wird und die Menschen erreicht. Dann bekommt sie für jeden Hörer eine eigene Bedeutung. Mit Kylie Minogue Wines wollen wir Weine schaffen, die Teil Ihrer eigenen Momente werden. Und wenn ich dann höre, dass Musik und Wein dabei Hand in Hand gehen, ist das für mich das Schönste überhaupt.
Wann greifen Sie persönlich zu einem Glas Rosé und wann bewusst nicht?
Wein ist ein fester historischer Bestandteil unserer Zusammenkünfte und Festlichkeiten: Von romantischen Abenden bis zum entspannten Ausklang nach der Arbeit. Ich spreche oft über das Erlebnis rund um Wein – und es ist ein großer Teil dessen, warum ich mein Weinunternehmen gegründet habe. Je nach Anlass greife ich zu unterschiedlichen Rosé-Stilen. Bei einem Dinner mit Freunden starte ich gern mit meinem Prosecco Rosé, zusammen mit kleinen Häppchen wie Crostini oder geräuchertem Lachs mit Frischkäse. Für einen gemütlichen Abend passt mein Signature Rosé wunderbar zu einem Salade Niçoise. Wenn es etwas zu feiern gibt, stoße ich am liebsten mit einem Côtes de Provence an – ideal zu Meeresfrüchten. In diesen Momenten träume ich von einem Wolfsbarsch in Salzkruste! Und wenn ich es leichter haben will, etwa vor einem Auftritt oder einfach bewusster genießen will, greife ich zu meinem alkoholfreien Sparkling oder zum Petit Rosé. Diese passen perfekt zu leichten Gerichten wie Salaten oder Sushi – vielseitig und genau richtig für viele Gelegenheiten.