Aus Österreich: Neue Methode macht Fruchtsaft gesünder
Zucker steht zunehmend im Fokus der Ernährungsdebatte. Jetzt reagiert auch die Fruchtsaftbranche: »Austria Juice« aus Niederösterreich entwickelt eine Methode, mit der sich der natürliche Zuckergehalt von Säften um mindestens 30 Prozent reduzieren lässt.
Fruchtsaft gilt für viele als gesunde Wahl zum Frühstück. Gleichzeitig enthält er von Natur aus viel Zucker – und genau das rückt zunehmend in den Fokus. Während bei Softdrinks und Co. allgemein über Zuckersteuern und strengere Kennzeichnungen diskutiert wird, sucht die Lebensmittelindustrie nach Möglichkeiten, den Zuckergehalt zu senken, ohne den Geschmack zu verändern. Eine neue EU-Richtlinie schafft dafür erstmals einen rechtlichen Rahmen und eröffnet Herstellern neue Möglichkeiten.
Eine dieser Lösungen kommt aus dem niederösterreichischen Kröllendorf. Der Fruchtsaftzulieferer »Austria Juice« hat ein patentiertes Fermentationsverfahren entwickelt, mit dem sich der natürliche Zuckergehalt von Fruchtsäften um mindestens 30 Prozent senken lässt. Damit erfüllt das Unternehmen die Voraussetzungen der neuen EU-Fruchtsaftrichtlinie, die künftig die Kennzeichnung als »zuckerreduzierter Fruchtsaft« ermöglicht.
Das steckt hinter der Fermentation
Fruchtsaft enthält von Natur aus viel Fruchtzucker. Um diesen zu reduzieren, setzt »Austria Juice« auf ein Verfahren, bei dem Hefen den Zucker im Saft umwandeln. Dabei entstehen Kohlendioxid, das entweicht, und Alkohol, der anschließend vollständig entfernt wird. Zurück bleibt ein Fruchtsaftkonzentrat mit weniger Zucker und Kalorien – ganz ohne künstliche Süßstoffe.
Warum nicht einfach den ganzen Zucker entfernen?
Ganz ohne Zucker soll Fruchtsaft aber auch künftig nicht sein. Der Grund ist einfach: Zucker sorgt nicht nur für Süße, sondern prägt auch das Mundgefühl und das Zusammenspiel mit der natürlichen Säure der Früchte. Laut »Austria Juice« liegt die geschmacklich sinnvolle Reduktion deshalb bei etwa 30 bis 40 Prozent.
Made im Mostviertel
»Austria Juice« ist kein Getränkehersteller, sondern beliefert andere Unternehmen mit Fruchtsaftkonzentraten, Direktsäften und Aromen. Rund 250 Menschen arbeiten am Stammsitz in Kröllendorf, insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe etwa 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zwölf Standorten in Europa und Asien. Die Produkte kommen schließlich in mehr als 65 Ländern zum Einsatz. Heute ist »Austria Juice« eine Tochter des »Agrana«-Konzerns und konzentriert sich auf die Entwicklung und Produktion für die internationale Getränkeindustrie.