»Pigbull BBQ«: Gesmoked, gezupft und abgedreht
Sebastian Franke und Maximilian Lorenz begeistern in Köln mit Pulled Pork, Pastrami und Co.
Pulled Pork in Perfektion: Das und noch ein paar andere Dinge haben sich die beiden Betreiber mit dem »Pigbull BBQ« zum Ziel gesetzt. Seit Kölns erstes reines BBQ-Restaurant seine Türen öffnete schlägt es hohe Wellen. Auch wenn hier ein elektrischer Smoker (und keine echte Glut) am Werk ist, spürt man deutlich Feuer. Was hier auf der Aachener Straße passiert, passiert mit Leidenschaft – und hat Fine Dining Charakter. Das wundert eigentlich nicht, denn sowohl Franke als auch Lorenz kommen ursprünglich aus der gehobenen Gastronomie: Franke war zuletzt als Küchenchef im »Werkshase« tätig, Lorenz wirkt federführend im »L'escalier«.
Was lange gart wird gut
Fast Food auf Sterneniveau könnte man ihre Kreationen denn auch nennen – wobei das Wort »Fast« nicht ganz passend erscheint, wenn man die ausgesprochen extensiven Zubereitungszeiten bedenkt. 16 Stunden lang garen Schweinenacken, Truthahn oder Limousinrind bei Niedrigtemperatur in einem extra aus Oklahoma/USA importierten elektrischen Barbecue-Smoker, bevor sie zerzupft oder im Falle der Rinderbrust tranchiert werden. Zuvor durfte das Fleisch 24 Stunden lang in den von Franke und Lorenz eigens kreierten Marinaden ruhen.
Spiel mit Textur und Temperatur
Serviert wird das Ganze natürlich nicht einfach so, sondern in ebenso wohlklingenden wie -schmeckenden Kombinationen: Beim »Spicy Louisiana Pulled Pork« übernimmt das Briochebun den süßen Konterpart zum würzig-rauchigen Schweinefleisch, dazu gibt es ein etwas unkonventionelles, salzig-saures Coleslaw aus Karotte und Kraut. Sebastian Franke, täglich im »Pigbull«, hat sichtlich Spaß an der perfekten Kombination der einzelnen Komponenten, spielt mit Textur und Temperatur und legt Wert auf die Herkunft der Produkte. Zum legendär zarten Beef Brisket empfiehlt er den Blattsalat und das rustikale Roggenbun, hergestellt in einer kleinen Traditionsbäckerei in Köln Braunsfeld. Das erfrischende, herrlich sämige Buttermilch-Limetten-Dressing ist dagegen – wie auch die fein gewürzten Kartoffelchips – wieder selbstgemacht.
Lässiger Mix im »Pigbull«. / © Sophia Schillik
Pastrami auf dem Sofa
Was dies nun ist, ob Restaurant, US-Diner oder Imbissbude, lässt sich freilich schwer definieren. Das »Pigbull« lebt durch seine charmante Lässigkeit, den Mix aus dunklem Holz, Backstein, Rockabilly-Flair und die – zumindest für die Domstadt – Einzigartigkeit des Speisenrepertoires. Wer nicht gern an den Stehtischen isst, macht es sich eben auf dem Sofa gemütlich. Und genießt Frankes hausgemachte Pastrami – jetzt schon Kult.
»Pigbull BBQ«
Aachener Straße 51
Belgisches Viertel
50674 Köln
Öffnungszeiten: So-Do 11.30-22.30 Uhr, Fr-Sa 11.30-1 Uhr
www.pig-bull-bbq.de
(von Sophia Schillik – www.cucinapiccina.de)
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