Restaurant der Woche: »Rhöms Deli«
Lauwarmes Jakobsmuschel-Carpaccio, perfekt gegarte Perlhuhnbrust und hausgemachte Patisserie: Mit »Röhms Deli« bringt Michael Röhm Spitzenküche in ein entspanntes Deli-Konzept – mitten in der Lüneburger Altstadt.
Auf die Schwankungen, die zyklischen Auf und Abs der Branche, hat Michael Röhm mit einem vielseitigen und unkomplizierten Konzept reagiert. Nach zwei Jahrzehnten in der Spitzen-Gastronomie – zuletzt im eigenen Restaurant »Zum Heidkrug« – bietet »Röhms Deli« Feinkost an, im gemütlichen Ambiente der Lüneburger Altstadt mit verwinkelten Gässchen und Kopfsteinpflaster.
Käse und Wurst werden empfohlen, zum Kaffee feine hausgemachte Patisserie, für den Mittagstisch wird täglich frisch gekocht. Gerichte wie krosses Tempura von knackigen Shiitake-Pilzen mit veganer Jalapeño-Creme können vorbestellt und mitgenommen werden; abends wird die kleine, durchdachte Karte durch Tagesempfehlungen erweitert. Der gebürtige Saarländer setzt auf eine schnörkellose, handwerklich versierte Küche mit hoher Produktqualität. Das Carpaccio von der Jakobsmuschel wird nicht wie üblich kalt in Limettenmarinade serviert, sondern lauwarm in Kokosmilchschaum. Für Frische und Würze sorgen Schnittlauch und Saiblingskaviar aus der Lüneburger Heide, eine überzeugende Interpretation.
Die gefüllte Perlhuhnbrust mit Trüffeljus und Petersilienwurzelpüree ist präzise auf den Moment gegart, mit knuspriger Haut, zartem Fleisch und delikater Farce, das Püree zeigt pure Aromatik, die köstliche Jus setzt Geschmack vor Konzentration. Die im Ganzen gebratene, saftige Seezunge mit Heidekartoffeln, opulentem Gurkensalat in Rahm und mit Zitronen und Kapern wäre auch mit weniger Butter ausgekommen. Konsumentenfreundlich kalkuliert ist die auf Europa ausgerichtete Weinkarte mit Jahrgangstiefe. So trägt »Röhms Deli« dazu bei, dass sich Lüneburg mit seiner lebendigen Gastroszene zum kulinarischen Satelliten des nahen Hamburg gemausert hat.
21335 Lüneburg
Deutschland