Restaurant der Woche: »Teller«
Küchenchef Yuvel Belhans hebt im »Teller« die Levante-Küche auf ein neues Niveau. Er kombiniert lokale, nachhaltige Zutaten mit kreativen, saisonalen Gerichten und serviert dazu eine interessante Auswahl an libanesischen, griechischen und slowakischen Weinen.
Das »Teller« gehört derzeit zu den spannendsten Restaurant-Neueröffnungen Berlins und bringt die beliebte Levante-Gastronomie auf ein ungewohnt hohes Niveau. Der aus einer jüdisch-marokkanischen Familie stammende Küchenchef Yuvel Belhans setzt hier auf eine aufwendige, aber nicht übertrieben komplizierte saisonale Produktküche. Seine Waren bezieht er von lokalen Erzeugern: Den Rohmilchkäse zum Beispiel von der Berliner Institution »Alte Milch«, die nachhaltig gezüchteten Weidehühner von »Odefey & Töchter« aus dem Landkreis Uelzen in der Lüneburger Heide.
Auf der Karte stehen Vorspeisen wie fermentiertes Kartoffelbrot mit Labneh und Oreganopesto, über Kohle geröstetes Sauerteigbrot, das in Olivenöl getränkt ist, oder knusprige Rarebit-Kroketten. Idealerweise bestellt man gleich alle zum Teilen. Ungewöhnlich, aber sehr gelungen ist die Crème Brûlée mit Feta und Chili, das aus verquirltem Zucker und fermentierten Chilis sowie selbst eingelegten Paprikas und Feta zubereitet wird. Ebenfalls geschmacklich überzeugend sind die dicken, buttrigen Limabohnen, die in einer fruchtigen Weißkohlreduktion und einer Gewürzmischung aus fermentiertem grünem Chili serviert werden, und die Sardinen mit einem Lauch-Reibekuchen, frischem Meerrettich und saurer Sahne.
Zu schade nur, dass die Portionen im Hinblick auf den Preis im Allgemeinen etwas klein ausfallen. Hier sollte etwas nachgebessert werden. Die Weinkarte, von Restaurantmanager Nir Wollman ist interessant: So kann man zwischen libanesischen Weinen vom Chateau Ksara, Perl- und Schaumweinen aus Griechenland und der Slowakei, Tschechien und diversen Orange-Weinen wählen. Im Moment ist nur mittwochs bis samstags geöffnet.