Restaurant-Tipp der Woche: »Carl & Sophie«
Mit Blick auf die Spree und einer Speisekarte, die von Klassikern bis hin zu internationalen vegetarischen Gerichten reicht, bietet das »Carl & Sophie« auf dem Gelände der Berliner »Bolle Meierei« ein vielseitiges Genusserlebnis.
Das auf dem Gelände der alten »Bolle Meierei« gelegene Restaurant lockt mit einem unvergleichlichen Blick auf die Spree. Küchenchef Martin Höse serviert hier sowohl Klassiker wie Schnitzel oder Tatar als auch eine große Auswahl vegetarischer Speisen mit Einschlägen internationaler Küche. Eine Besonderheit sind das Rind- und das Schweinefleisch, die aus eigener Haltung am Gutshof Weng in Bayern kommen.
Unter den Vorspeisen überzeugt das Tatar vom Werdenfelser Rind durch seine feine Textur und einen würzig-süßen Senfgeschmack. Der Caesar Salad ist genau so, wie man es sich wünscht: Das sehr cremige Dressing übertüncht nicht die knackige Frische des Salats. Dem grünen Spargel mit Eiweißschaum, Pfirsich, fermentiertem Sellerie und eingelegtem Entenei fehlt es dagegen etwas an geschmacklichem Wumms. Die geschmorte Rindsschulter, wie erwähnt aus eigener Haltung, ist herrlich zart und wird von einer salzig-sauren Jus aus Zitrus und Soja gut abgerundet. Highlight unter den Hauptgerichten sind die Tagliatelle mit Rindfleischragout. Das Ragout zergeht zwar ebenfalls noch auf der Gabel, hält aber durch den höheren Fettanteil noch mehr Geschmack als die Rinderschulter. Etwas balancierende Bissigkeit kommt durch Schnittlauch und Frühlingszwiebel hinzu.
Die zum Abschluss bestellte Pistazienmousse mit Mandelbiskuit und Sauerkirsche kommt leider etwas unspektakulär daher. Das vergisst man allerdings durch die hervorragende Gastgeberschaft von Sommelier Gunnar Tietz, der einen bei der – auf deutsche Spitzenweine fokussierten – Auswahl berät. Beeindruckend ist hier insbesondere die gebotene Jahrgangstiefe.